82 Auslegung der Bergpredigt Christi.
gehen in ihrem Amte und Regiment, wie ers geordnet Hut, sondernvon der blossen, einzelnen, nutürlichen Person, was ein jeglichervor sich selbst, als ein Mensch gegen dem nndern thun soll.
Darum, wo wir im Amt und Obrigkeit gehen, du sollen undmüsse» wir scharf und strenge seyn, zürnen und strafen. Dennbier müssen wir thun, was uns Gott in die Hand gibet und vonseinetwegen tbun Heisset. Sonst was ausser dem Amte gehet, dulerne ein jeglicher für sich selbst, daß er sanftmüthig sey gegen je-dermann, das ist, nicht mit Unvernunft, aus Haß oder Nachgiecmit dem Nächsten fahre und handele, als die, so man hcisset Hansmit dem Kopf hindurch, die nimmer nichts leiden, noch weichenwollen, sondern Welt und Berg umreissen und Baume versetzen,wollen und können niemund kein Wort verhören, noch zu gute hal-ten, und flugs Sack und Seil aufbinden, nichts dcncken, denn wiesie sich rächen und wieder schlagen wollen. Damit ist der Obrigkeitnicht gewehret, zu strafen und Rache zu führen von Gottes wegen,aber auch nicht Raum gegeben, wo ein Richter, Bürgermeister,Herr, oder Fürst ein Schalck ist, und die zwo Personen in einan-der mengt, und über sein Amt greift aus eigenem Muthwillen, oderaus Neid, Haß und Feindschaft, (wie gemeiniglich geschieht) unterdem Schein und Deckel des Amts und Rechts, als, wo unsereNachbarn unter der Obugkeit Namen wollten etwas wider unsausrichten, dazu sie sonst nicht kommen könnten.
Und sonderlich redet er abermal mit seinen Juden, wie er hatangefangen, welche stracks auf dem Sinne stunden, daß sie meyne-ten, sie dürsten von keinem Heyden und Fremden nichts leiden, undthaten wohl dran, daß sie nur getrost sich racheten, und führetendazu Sprüche aus Mose, als 5. Mos. 28, 18: Der Herr wirddich zum Haupt machen und nicht zum Schwanz, und wirst nuroben schweben und nicht unterliegen. Welches wäre wol recht. ESheißt aber also, wenn es Gott selbst thut so ist es wohl gethan.Denn es ist viel ein anders, wenn ers heißt und spricht: Ich willsthun, und wenn wir es selbst ohne Befehl thun. Was er sagt,das soll und muß geschehen. Was wir sagen, das geschieht, wennes kann, oder bleibt wol gar nach. Darum gilts nicht, daß du eswolltest thun, da ers thun sollte, und nicht harren, bis er dichsHeisset, und dennoch dich solcher Verheissung annehmen und drauftrotzen.
Siehe, solche tolle Heiligen straft hier Christus, die da mey-nen, ein jeglicher sey Herr in der gantzen Welt, und habe Rechtdazu, daß er nichts leide, sondern nur poltern und rumoren, und