25! Auslegung der Bergpredigt Christ!.
Freude daran gehabt, daß sie ihr Hertz durchbittert, und so viel anihnen gewesen, keine ftöliche Stunde gcgönnet haben, daß sie alleshaben müssen in sich fressen, und nicht mehr thun, denn Gott kla-gen mit seufzen und weinen. Solche Leute wissen etwas davon,was da heißt- Selig sind, die da trauren und Leide tragen! ob mansihnen gleich nicht ansiehet, und mit andern essen und trincken, undzuweilen wit lachen und schertzen, ihres Leides zu vergessen. Denndu mußt nicht denckcn, daß trauren allein Heisse, weinen und kla-gen, oder heulen, wie die Kinder und Weiber, welches ist nochnicht das rechte tiefe Leiden, wenn es übers Hertz kommen ist, undzu den Augen heraus quillst; sondern das ist, wenn die rechtengrossen Stosse kommen, die das Hertz treffen und stürmen, daßman nicht kann weinen, und niemand darf klagen.
Darum ist, Trauren und Leide tragen, nicht ein seltsam Krautbey den Christen, ob es gleich auswendig nicht scheinet, auch wennsie gerne wollten frölick seyn in Christo und auch äusserlich, so vielsie können. Denn sie müssen taglich sehen und fühlen im Hertzen,wenn sie die Welt ansehen, so viel Bosheit, Muthwillen, Verach-tung und Lästerung Gottes und seines Worts, dazu so viel Jam-mer und Unglück, so der Teufel anrichtet, beyde, im geistlichen undweltlichen Regiment, daß sie nickt viel ftöliche Gcdancken könnenhaben und ihre geistliche Freude sehr schwach ist. Und wo sie esstets sollten ansehen und nicht zuweilen die Augen wegwerfen, könn-ten sie keinen Augenblick frolich seyn, ist gnug, daß es sonst mehrvorfallet und trift, denn sie es gerne hakten, daß sie es nicht dürfenweil suchen.
Darum hebe nur an, und werde ein Christ, so wirst du wohllernen, was Trauren und Leide tragen Heisse. Kannst du nichtmehr, so nimm ein Weib und setze dich, und nähre dich im Glau-ben, daß du Gottes Wort lieb habest und thust, was dir in deinemStande befohlen ist: so sollst du bald erfahren, beyde, von Nach-barn und in deinem eigenen Hause, daß es nicht gehen wird, wiedu gerne hattest, und sich überall hindern und hemmen, daß dugenug zu leiden kriegest und sehen mußt, das dir im Hertzen wirdwehe thun. Sonderlich aber die lieben Prediger müssen solcheswohl lernen, und raglich damit geübct werden, daß sie allerley Neid,Haß, Hohn und Spott, Undanck, Verachtung und Lästerung dazumüssen in sich fressen, damit ihr Hertz und Seele durchstochen undohne Unterlaß gcqualet wird.
Die Welt aber will solch Trauren und Leidetragen nicht ha-ben, darum suchet sie solche Stande und Leben, darinnen sie gute