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6 (1828)
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Auslegung der Bergpredigt Christi.

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ger, der will haben, daß wir allezeit sollen fröhlich seyn, Phil. 4,4., und spricht Rom. 12, 15- Send frölich mit den Frölichen, undwiederum - Weinet mit den Weinenden. Siehe das lautet ja widereinander, allezeit frölich seyn, und doch mit andern weinen undtrauren. Antwort- Gleichwie ich gesagt habe, daß, Reichthum ha-ben, ist nicht Sünde, noch verboten, also ist auch frölich seyn, wohlessen und trincken, nicht Sünde, noch verdammlich. Desgleichenauch nicht, Ehre und guten Namen babem und soll doch selig seyn,wenn ich solches nicht habe, oder lassen kann, und dafür Armuth,Elend, Schmach und Verfolgung leide. Also ist es beydes da undmuß auch beodes seyn, trauren und frölich seyn, essen und Hungerleiden, wie St. Paulus, Philip. 4, 11. 12., von sich rühmet- Ichhabe die Kunst gelernet, daß, wo ich bin, mir genügen lasse. Ichkann niedrig seyn, ich kann hock) fahren: ich bin in allen Dingenund bey allen geschickt, beyde, satt seyn und hungern; beyde, übrighaben und Mangel leiden; item 2. Cor. 6, 8- Durch Ebre undSchande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Sterben-den, und flehe, wir leben; als die Traurigen, aber allezeit frölich.

Darum ist das die Meynung- Gleichwie der geistlich armheißt, nicht, der kein Geld, nach etwas Eigenes hat, "sondern, dernicht darnach geitzet, noch seinen Trost und Trutz darauf setzet, alssey es sein Himmelreich.- also auch heißt das Leide tragen und trau-ren, nicht, der äusserlich immer den Kopf hänget, sauer siehet undnimmermehr lachet, sondern der seinen Trost nicht darauf setzet, daßer nur hier gute Tage habe und in Sause lebe, wie die Welt thut,die nicht weiter trachtet, denn wie sie eitel Freude und Lust hierhabe, und sich darinne weidet, und nichts achtet, noch sorget, wieeS Gott oder den Leuten gehe. Also haben viel tressliche, grosseLeute, Könige und andere, so Christen sind gewesen, trauren undLeid tragen müssen, ob sie gleich vor der Welt herrlich gelebt haben,wie David allenthalben im Psalter von seinem Weinen und Leidenklagt.

Und auch jetzt könnte ich wohl Exempel anzeigen von grossenLeuten, Herren und Fürsten, so über dem lieben Evangelio dißStück wohl erfahren und gelernct haben. Als, jetzt auf dem ver-gangenen Reichstage zu Auqspurg und sonst, ob sie gleich auch aus-wendig wohl gelebt und fürstlich in Seiden und Gold sich gekleidet,und anzusehen gewesen, als die auf eitel Rosen gingen, aber täglichunter eitel giftigen Schlangen müssen seyn, und im Hertzen gefübletsolchen unerhörten Hochmuth, Trotz und Schmach, so viel böseTücke und Worte von den schändlichen Papisten, die ihre Lust und