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6 (1828)
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Auslegung der Bergpredigt Christi.

ja eine grosse, treffliche, herrliche Berhcissung, daß wir sollen da-für, daß wir hier gern arm seyn und zeitlich Gut nicht achten, einschon, herrlich, groß, ewig Gut im Himmel haben, und da duhier eine kleine Parteken fahren lassest, (der du doch brauchen magst,so lange und so viel du deß haben kannst,) sollst du dagegen eineKrone erlangen, daß du ein Bürger und Herr im Himmel seyst.Solches sollte uns ja bewegen, wenn wir wollten Christen seyn,und dafür hielten, daß seine Worte wahr waren. Aber es achterniemand, wer der sey, der es sagt, und viel weniger, was er sa-get, lassen eS vor den Lhren übergehen, daß sich niemand weiterdarum bekümmert, noch zu Hertzen fasset. Er zeiget aber eben mitdiesen Worten, daß niemand solches fasset, er sey denn vorhin einrechter Christ. Denn beyde, diß Stück und alle andere, die her-nach folgen, sind eitel Früchte des Glaubens, hie der Heilige Geistselbst im Hertzen schaffen muß. Wo nun der Glaube nicht ist, dawird das Himmelreich auch wohl aussen bleiben, noch geistlich Ar-muth, Sanftmuth folgen, fondern eitel Scharre» und Geitzen,Zancken und Rumoren um zeitlich Gut bleiben. Darum ist ver-loren bey solchen Wcltbcrtzen, daß sie »immermehr lernen noch er-fahren, was geistliche Armuth sey, auch nicht glauben noch achten,was er vom Himmelreich sagt und verheißt.

Wiewol ers doch dcnselbigen zu Dienst so schicket und ordnet,daß, wer nicht will geistlich arm seyn in Gottes Namen, um desHimmelreichs willen, der muß doch arm seyn ins Teufels Namen,und keinen Danck dazu haben. Denn Gott hat die Gcitzigen sogehangt an ihren Wanst, daß sie ihres ergeitzten Guts nimmer sattnoch froh werden können. Denn Junckcr Geitz ist ein solcher fröh-licher Gast, der keinen laßt ruhen, suchet, treibet und jaget ohnUnterlaß, daß er des lieben Guts keine Stunde gemessen muß, wieauch der Prediger Salomonis wundert und spricht, Cap. 6, 2- Jstsnicht eine schändliche Plage, daß Gott einem Menschen Geld undGut, Land und Leute gibt, und er doch nicht so viel vermag, daßers gebrauche; muß immerdar fürchten, sorgen und beben, wie ersbehalte und mehre, daß es nicht umkomme, noch weniger werde,und ist sogar gefangen, daß er nicht einen Heller fröhlich darf an-greissen. Wo aber ein Hertz wäre, das ihm könnte gnügcn lassenund zufrieden seyn, so hätte es Ruhe und das Himmelreich dazu,da es sonst bey grossem Gut, oder ja mit seinem Geitz, hier dasFegfeucr und dort das höllische Feuer dazu muß haben und, wieman sagt, hier mit einem Kam und dort mit einem Rad mußfahren; das ist, hierJammcr und Angst und dort das Hertzeleid haben.