Auslegung der Bergpredigt Christi.
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Wiederum heißt der reich, nach der Schrift, welcher, ob ergleich kein Geld noch Gut hat, dennoch darnach reisset und kratzet,daß er nimmer kann gnug haben. Das sind die rechten, die dasEvangelium reiche Wanste heißt, die in grossem Gut am allerwe-nigsten haben, und sich nimmer lassen genügen an dem, dasihnen Gott bescheret. Denn es siehet ins Hertz, das da vollGelds und Guts steckt, und richtet darnach, obgleich nichts imBeutel und Kasten liegt. Wiederum richtet es den Armen auchnach dem Hertzen, ob er gleich Kasten, Haus und Hof voll hat.So gehet der Christliche Glaube bindurch, siehet weder Armuth nochReichthum an, sondern wie das Hertz stehet. Wo darinn ein Geitz-wanst steckt, so heißt er geistlich reich; und wiederum geistlich arm,wer nicht daran hanget und kanns aus dem Hertzen lassen, wieChristus anderswo sagt, Matth. 19, 29. Luc. 18, 29. 3V: Werda verlaßt Hauser, Kecker, Kind, Weib w., der solls hundertfaltigwieder haben, und dazu das ewige Leben ererben; damit er die Hertzenvom Gut reisten will, daß sie es nicht für ihren Schatz halten, unddie Seinen trösten, die es lassen müssen, daß sie viel mehr undbessers auch in diesem Leben empfahen sollen, denn sie verlassen können.
Nicht, daß man von Gut, Haus, Hof, Weib und Kind sollelausten und im Lande irre gehen, andere Leute beschweren, wie dieWiedertauferrotte thut, die uns Schuld geben, daß wir das Evan-gelium nicht recht predigen, weil wir Haus und Hof behalten, beyWeib und Kind bleiben; nein, solche tolle Heiligen will er nichthaben, sondern es heißt also: wer mit dem Hertzen Haus, Hof,Weib und Kind lassen kann, ob er gleich darinnen sitzet und dabeybleibet, sich mit ihnen nähret und aus Liebe dienet, wie Gott ge-boten hat, und doch dahin setzet, wo es die Noth fodert, daß erskönne um Gotteswillen alle Stunden fahren lassen. Bist du so ge-schickt, so hast du alles verlassen, also, daß das Hertz nur nicht ge-fangen sey, sondern rein bleibe vom Geitz und Ankleben, Trost undZuversicht aller Dinge. Und mag wohl ein Reicher geistlich armheissen, und darf darum sein Gut nicht wegwerfen; ohne wenn eraus Noth davon lassen soll, so lässet ers in Gottes Namen, nichtdarum, daß er gerne von Weib, Kind, Haus und Hof sey, sondernviel lieber behalt, so lange es Gott gibt, und ihm damit dienet,und doch auch bereit, wenn ers ihm wieder nehmen will. Sosiehest du, was geistlich und vor Gott arm sey, oder geistlich nichtshaben und alles verlassen Heisse.
Nun siehe auch an diese Verheissung, die Christus dazu setztund spricht: Denn solcher ist das Himmelreich. Das ist