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6 (1828)
Entstehung
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17
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Auslegung der Bergpredigt Christi.

einem Apostel von Gott beruffen war, an den Orten predigen, dadie andern Apostel vorhin geprediget hatten, Rom. 15, 20. 2. Cor.lc>, 15. lt>. Darum stehet hier, daß Christus frey, öffentlich aufden Berg gehet, als er sein Predigtamt ansähet, und bald hernach(V. 14.) spricht er zu seinen Jüngern: Ihr seyd das Licht der Welt;item (V. 15.): Man zündet kein Licht an und stecket es unter einenScheffel, sondern setzet es auf einen Leuchter, daß es leuchtet allen,die im Hause sind. Denn das Predigtamt und Gottes Wort solldaher leuchten, wie die Sonne, nicht im Dunckeln schleichen undmeuchlings, wie man der blinden Kuh spielet, sondern frey am Tagebandeln, und ihm wohl lassen unter die Augen sehen, daß beyde,Prediger und Zuhörer, deß gewiß seyn, daß es recht gelehret unddas Amt befohlen sey, daß sie es kein Hehl haben dürfe. So thuedu auch; wenn du im Amt bist und Befehl hast, zu predigen, sotritt frev, öffentlich Herfür, und scheue niemand, auf daß du könnestrübmen mit Christo: Ich habe frey, öffentlich gelehret vor der Welt,und habe nichts im Winckel geredt. Joh. Ich 20.

Sprichst du aber: Wie, soll denn niemand nichts lehren, esgeschehe denn öffentlich? Oder sollte ein Hausvater in seinem Hausesein Gesinde nicht lehren, oder einen Schüler oder andern bey sichhalten, der ihnen vorlese? Antwort: Traun ja, das ist auch wohl-gethan, dazu ein rechter Raum und Statte dazu. Denn ein jeg-licher Hausvater ist schuldig, daß er sein Kind und Gesinde zieheund lehre oder lehren lasse. Denn er ist in seinem Hause als einPfarrherr und Bischof über sein Gesinde, und ist ihm befohlen, daßer darauf sehe, was sie lernen, und für sie antworte. Aber dasgilt nicht, daß du solches ausser deinem Hause thun wolltest, unddich von dir selbst in andere Hauser oder zu Nachbarn eindringen.Sollst auch nicht leiden, daß irgend ein Schleicher zu dir kommeund in deinem Hause ein sonderliches mache mit Predigen, das ihmnicht befohlen ist. Kommt aber einer in ein Haus oder Stadt, soHeisse man ihn Zeugniß bringen, daß er bekannt sey, oder Siegel' und Brief zeigen, daß ers Befehl habe. Denn man muß nicht al-len Schleichern glauben, die sich des Heiligen Geistes rühmen, undsich damit hin und her in die Hauser drehen. Kurtz, es heißt:Das Evangelium oder Prsdigtamt soll nicht im Winckel, sondernhoch empor auf dem Berge und frey, öffentlich am Licht sich lassenhören. Das ist eines, das hier Matthaus will anzeigen.

Das andere ist, daß er seinen Mund aufthut. Dasgehöret, wie gesagt, auch zu einem Prediger, daß er nicht dasMaul zuhalte und nicht allein öffentlich das Amt führe, daß jedcr-

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