Auslegung der Bergpredigt Christi.
helfen» daß wir auch darnach leben und thun. Dem sey Lob undDanck, sammt dem Vater und Heiligen Geist, in Ewigkeit, Amen.
Cap. Z.
t. 2. Da er aber das Volck sahe, ging er auf einen Berg undsetzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er thatseinen Mund auf, lehrete sie und sprach.
Da machet der Evangelist eine Vorrede und Geprang, wie sichChristus gesteliet habe zu der Predigt, die er thun wollte; daß erauf einen Berg gehet und sich setzet, und seinen Mund austhut, daßman siehet, es sey sein Ernst. Denn das sind die drey Stück, wieman sagt, so zu einem guten Prediger gehören; Zum ersten, daßer auftrete; zum andern, daß er das Maul aufthue, undetwas sage; zum dritten, daß er auch könne aufhören.
Austreten ist, daß er sich stelle als ein Meister oder Prediger,der es kann und thun soll, als dazu beruffen und nicht von ihmselbst kommet, sondern dem es gebühret aus Pflicht und Gehorsam,daß er sagen möge: Ich komme nicht getrollt aus eignem Vorneh-men und Gutdüncken, sondern muß es türm von Amts wegen.Das ist wider die gesagt, die uns bisher und noch so viel Plageund Marter anlegen, die Rottenbuben und Schwärmer, so hin undwieder in Landen irre lausten und streichen, vecgissten die Leute,ehe es Pfarrherr und, die im Amt oder Obrigkeit sitzen, erfahren,und so ein Haus nach dein andern beschmeifsen, bis sie eine gantzeStadt, darnach aus der Stadt ein gantz Land vergifften- SolchenSchleichern und Streichern zu wehren, sollte man schlecht nicht zu-lassen jemand, zu predigen, dem es nicht befohlen und das Amtaufgelegt ist. Auch niemand sich unterstehen, ob er schon ein Pre-diger ist, wo er einen Lügenprediger höret in einer papistischen oderandern Kirche, der die Leute verführet, wider ihn zu predigen. A chnicht hin und wieder in die Häuser schleichen und sonderliche Win-ckclpredigt anrichten, sondern dabeim bleiben und seines Amts oderPredigtstuhls warten, oder stillschweigen, wo er nicht will oder kannöffentlich auf die Eantzel treten.
Denn Gott will nicht, daß man mit seinem Worte irre lauste,als treibe jemand der Heilige Geist, und müsse predigen, und alioStatte und Winckel, Häuser oder Predigtstühle suche, da er keinAmt hat. Denn auch Paulus selbst nicht wollte, ob er wol zu