Druckschrift 
6 (1828)
Entstehung
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15
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Auslegung der Bergpredigt Christi. 15

Obrigkeit, noch Gericht halten, nicht schützen, noch vertheidigen, vonWeib und Kind lausten, und des Jammers viel.

Also blauets und braucts der Teufel auf beyden Theilen untereinander, daß sie keinen Unterschied wissen zwischen welllichem undgottlichem Reich, viel weniger, was unterschiedlich in einem jeglichenReiche gebühret zu lehren und zu thun, welches wir, Gott Lob, rüh-men können, daß wirs in diesen Predigten klaclich und fleissiglichhaben angezeigt und ausgestrichen: daß, wer hii.fort irret, oder irrenwill, wir seinethalben entschuldiget sind, als die wir das unsere treu-lich haben zu eines jeglichen Besten dargethan. Ihr Blut sey aufihrem Kopsse, den Lohn dafür wollen wir gewarten, nemlich Undanck,Haß und allerley Feindschaft, und sagen: Des gratis«.

Weil wir denn erfahren und wissen, durch solche greuliche Exem-pel, beyde, Pabstischer und rottischer Juristen, was der Teufel imSinn hat, und sonderlich diß fünfte Capitel St. Matthai zu verkeh-ren, und die reine christliche Lehre damit zu vertilgen gedencket: sosey gebeten und vermahnet ein jeglicher Prediger oder Pfarrherr, daßer treulich und fleissig dawider in seinem befohlenen Hanflein wacheund den rechten Verstand helfe erhalten. Denn so lange der Teufellebt und die Welt stehet, wird er nicht aufhören, diß Capitel anzu-fechten. Denn ihm ist daran gelegen, daß er die guten Wercke da-durch gantz unterdrücke, wie unter dem Pabstthum geschehen, oderfalsche gute Wercke und erdichtete Heiligkeit anrichte, wie er jetzt durchdie neuen Mönche und Rottengeister angefangen hat.

Und wenn schon beyde, Pabstliche und rottische Juristen undMönche untergingen, so würde er doch aber andere finden und auf-wecken. Denn er muß solch Gesinde haben, und ist sein Reich vomAnfange der Welt her durch Mönche regieret. Ob sie wol nichtMönche geheissen haben, so ist doch ihre Lehre und Leben mönchisch,das ist, ein anderes und sonderliches, oder besseres, denn Gott gebo-ten hat, gewesen, wie bey dem Volck Israel die Baaliten, Cama-rim und dergleichen, bey denen Heyden die Galli und Vestaleswaren.

Darum können wir nicht sicher vor ihm seyn. Denn aus die-sem fünften Capitel sind auch des Pabsts Mönche kommen, als dieeinen vollkommnen Stand vor andern Christen vor sich nahmen, wel-chen sie auf diß Capitel gründeten, und haben doch dran gehalten,daß sie voll Geitz, Hoffart und zuletzt voll aller Teufel worden sind.Christus, unser lieber Herr und Meister, der uns den rechten Sinnaufgethan hat, wollte uns denselbigen mehren und starcken, darzn