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6 (1828)
Entstehung
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10
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Matth. 2.

sich gezogen hatte, wenn diese theure Gabe nicht wäre offenbaret wor-den. Dieses einzige Stück würde eine ganze und weittauftige Redeausmachen, die man zur Dancksagung, zur Ermunterung und zurBewegung derer Affecten, zur Freude und zum Vertrauen einrichtenkönnte.

Zum andern wird die Offenbarung an und für sich selbst ingewisse Stücke abgetheilet, darunter das erste ist der Stern, das an-dere das Bekenntniß derer Weisen, das dritte das Zeugniß derer Prie-ster, das vierte das Bekenntniß des gottlosen Herodis von seinerFurcht.

Allen diesen wird der geborne Christus geprediget und offenba-ret, nemlich von dem Stern, einer stummen Creatur, von auslandi-scken Heyden, von ihrem eigenen Volcks, von dem Feinde und Ver-folger, daß also derjenige nicht zu entschuldigen ist, der da nicht weiß,daß Christus geboren sey. Denn also stehet geschrieben durch denPropheten Micham 5, 1.: Und du Bethlehem Ephrata, die du kleinbist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir kommen, derin Israel Herr sey, welches Ausgang von Ansang und von Ewigkeither gewesen ist.

Zum dritten wird durch diese Offenbarung die Weissagung desPropheten Micha von Christo, der da sollte geboren werden, bekräf-tiget und bewiesen, und es ist eine wirckliche Geschichte aus dieserWeissagung von einer künftigen Sache worden.

Dieses ist also der eigentliche Hauptpunct dieses Evangelii, nem-lich, daß es von Christo handelt, der durch Micham ist beschriebenworden, wer er seiner Person und Amte nach seyn sollte. SeinerPerson nach ist er aus dem Stamme Juda, aus der Stadt Beth-lehem, ein wahrer Sohn Davids und ein wahrer Mensch, vom Va-' ter in Ewigkeit geboren, ein wahrer Sohn Gottes, ein wahrer Gott,wie es aus der Prophezeyung Micha weitläustiger erhellet.

Sein Amt bestehet darinne, daß er ein Herzog über das VolckGottes sey; aber ein solcher Herzog, der von andern Herzögen un-terschieden, und nicht ein solcher sey, wie David und andere Sterb-liche und dererselben Nachfolger gewesen. Dieser ist der einige Her-zog und unsterblich, und hat keinen Nachfolger in diesem Amte, weiler eine ewige Person ist, wie Micha S, t. spricht: Sein Ausgangist vom Anfang und vor denen Tagen der Welt, der mein VolckIsrael regiere, das ist, selig mache, beschütze, regiere, wider die Sün-de, wider den Tod, wider den Teufel. Denn es ist gewiß, daß Mi-chas von dem verheissenen Messia redet, welches auch die Hohenprie-ster und Schriftgelehrten selbst gegen Herodem bekennen. Folglich