Druckschrift 
6 (1828)
Entstehung
Seite
11
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Matth, 2. 11

ist dieser wahre und einige Herzog der Heiland der Welt.

Hier kann man das Gegentheil anführen und weitlauftig sa-gen, wie Moses, die Weltweisen, die Rechte, die Könige, die Klugendieser Welt, nichts sind gegen diesen Herzog, weil sie mit ihm, we-der in Ansehung seiner Person, noch Amtes, in einigen Vergleichkommen- Denn diese können sich nicht einmal selbst selig machen,sie dienen nur zeitlicher Weise. Aber dieser ist ein Herr in Ewigkeit.

Matth. 4, 1-12.

Von Christi Versuchung.

Nachdem Christus getauft, bey welcher Taufe er durch den Aus-spruch des Vaters zum Lehrer beruffen und rrklaret worden, wirder gesandt, sein nunmehro wircklich übernommenes Amt zu führen.Aber er wird erstlich versucht und geprüfet, als einer, der erst mußunterwiesen werden (uns zum Exempel), damit er nicht als ein Neu-ling und Unerfahrner (wie Paulus 1. Tim. 3, 6. schreibt) eine sowichtige Sache ansinge, und nachgehends in dem Glauben an Gottetwan nicht bestandig wäre, gleichwie die Neulinge pflegen verwegenzu seyn und sich aufzublasen, aber bald fallen und ihr Amt verlassen.Er wird aber probiret und versucht auf eine dreyfache Weise.

Zum ersten wird Christus versucht, ob er um Gottes willenkönne Hunger oder Dürftigkeit ausstehen, oder ob er vielmehr dasBrod, oder das Wort vorziehe und suche; weil ein Christ, fürnem-lich ein Lehrer, die Gefahr der Armuth und den Verlust seines Ver-mögens nothwendig erdulden muß.

Hier überwindet Christus und lehret überwinden, daß Gott derSpeise vorzuziehen sey, sintemal Gott nicht ein Gott des Bauchs,,sondern ein Gott des Lebens ist, wie er aus Mose beweiset, daß der.Mensch nicht von Brod allein lebe, sondern von einem jeglichenWorte, das durch den Mund Gottes gehet, S. Mos. 8, 3. Also hatder Mensch das Leben, nicht allein dieses leibliche Leben vom Brodesondern auch dieses und das zukünftige Leben im Wort, oder in Gott