Druckschrift 
6 (1828)
Entstehung
Seite
8
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Matth, 1.

auch (nach dem irrigen Wahn derer Juden) künftig noch kommensollte, dennoch ihr Levitisches Priesterthum aufheben und an dessenStatt treten würde, weil geschrieben steht, Ps. 110,4.- Du bist ein "Priester ewiglich.

Derowegen hat Matthaus gleich im Anfange die Jüden lehrenwollen, ihr Gottesdienst, Priesterthum und Königreich habe nunmekrosein Ende erreichet, indem er alsobald beweiset, daß der Mensch, Je-sus von Nazareth, (von welchem sie nicht allein wußten, daß er kom-men war, sondern den sie auch creutzigten,) der Christ sey, nemlichder Sohn Davids, des Sohnes Abrahä. Denn dieses setzet Mat-thaus gantz sicher, auch aus ihren eigenen Geschlechtregistern, zumvoraus. Aber darauf dringst er sonderlich, daß eben dieser Jesusder Cbrist sey, auf den sie, als auf den Verheissenen warteten.

Derchalben, wenn auch gleich die Evangelisten keine Geschlecht-register verfertiget hatten, so wäre es doch bey den Jüden gewiß ge-wesen, daß Jesus von dem Stamme Davids, des Sohnes Abraha,sey. Jedoch haben sie die Gewohnheit ihres Volcks einigermassenbeobachten wollen, damit sie nicht vielleicht das Ansehen gaben, alsob sie die Geschlechtregister entweder geringer schätzten, oder selbigegantz und gar für falsch hielten, und also das Ansehen der Bücherderer Könige und Mosis verachteten, in welchen, wie es scheint, dieGeschlechtregister aus dergleichen Absicht mit Fleiß sind beschriebenworden.

Demnach ziehet Matthaus den Abraham und David allein alsStammvater an, als welchen zweyen allein die Verheissung vonChristo in selbigem Volcke geschehen ist, 1. Mos. 22, 1». 2. Sam.7, 12. Denn daß eben dieser Christus durch den Weibessaamendem Adam verbeissen worden, I.Mos. 3, Ib., selbige Verheissungist ausserhalb diesem Volcke und dem Saamen Abraha, und deßwe-gen hatten sie sich dadurch zu nichts bewegen lassen. Derowegen,da Malthaus seine Absicht auf dieses Volck alleine gerichtet hat, sodringet er auf die Verheissungcn, so dem Abraham und David ge-schehen, auf daß er sie als Erben der Verheissung, Gal. 3, 29-, aufeine angenehme Weise bewegen möchte, Cbristus, der ihnen verheis-sen war, Röm. 9, 4., anzunehmen, und daß dieser der Jesus sey,den sie gecreutziget hatten.

Lucas aber gehet weiter und will gleichsam Christum allenVölckern gemein machen; derowegen führet er dessen Geschlechte bisauf Adam hinaus, welchem die erste Verheissung von Christo für alleVölcker, und nicht allein für den Saamen Abraha, geschehen ist.Gleichwie nun Matthäus beweisen will, daß Christus zu den Juden