Matth, l. 7
schreiben, lesen, lehren, lernen, damit wir nicht darbey die Bibel garbey Seite setzen, und uns auf neue mit denen Kirchenvätern, Leh-rern, Conciliis, Dccreten, Artickeln, Decretalien und mit der schädli-chen Grundsuppe von Menschensatzungen und Meynungen überhäu-fen. Wir dürfen nicht erst an fremdem, sondern wir können an un-serm eigenen Schaden klug werden. Der Herr regiere und erhalteuns in der Reinigkeit und Einigkeit des Glaubens und seines Worts,Amen.
Matthäus 1.
Von Christi Seschlechrsregister.
Aie Evangelisten haben sich daran begnügen lassen, wenn sie aufeine ungekünstelte, jedoch deutliche Weise zeigeten, daß Christus vonAbraham und David herkäme. Denn sie sehen auf die Verheissun-gen Gottes mehr, als auf die genaueste Ausrechnung der Glieder.Es ist aber Christus nicht dem Nahor, oder dem Haran, welche desAbrahams Brüder waren, 1. Mos. 11, 26., sondern Abraham undzwar ihm allein, verheissen worden. Nächst diesem ist er nicht dempriesterlichen, oder irgend einem andern Stamme, sondern allein demDavid und dessen königlichem Stamme verheissen worden, damit derHeilige Geist lehcete, daß das Levitische Priesterlhum nicht überChristum hinaus dauern würde, als welcher der künftige Priesterseyn und von einem andern Namen, nemlich des Davids, herkom-men sollte, wie davon die Epistel an die Hebräer herrlich handelt.
Derowegen ist dieses genug, wenn man aus diesen Geschlechts-registern weiß, daß Christus aus dem Stamme Davids, des Soh-nes Abrahä, hergekommen sey. Wenn dieses feste stehet, so ist derunendliche Streit von allen Geschlechtslinien und Gliedern, sowolüberhaupt, als insonderheit, vergeblich. Denn wenn dieses zumGrunde gelegt wird, daß Christus, der König und Priester, vomStamme Juda komme, so fallt das Levitische Prjesterthum gäntzlichÜbern Haufen, und alles ist falsch, was sich die Jüden, es sey, wases wolle, von ihrem Levitisehen Priesterlhum rühmen, daß es ewigwahren solle; sintemal Christus, der König und Priester, wenn er