^6 Gedanken über die Gelrawesperre,
baner, der Schätzung, Gntsherrliche Gefälle und alleseine verschobene Schulden, wo nicht auf Michael, dochwenigstens auf Martini oder auf Weyhnachten bezahlenmuß, seinen Kornvorrath nicht bis Ostern und Pfingsten,wann eigentlich der rechte Preis ist, liegen lassen könnetund wenn Sie mir dieses zugeben: so erwarte ich vonIhnen, daß Sie mir nun den Markt anzeigen, woraufder Ackerbauer in einem Lande, welches unter der Furchtder Sperrung erhalten wird, um Martini losschla-gen soll?
Wagt der geldreiche Mann den Ankauf: so rechneter schon auf die Möglichkeit der Sperrung, und ziehtdem armen Ackerbauer dafür jährlich i o pr. C. Assekuranzab. Kömmt die Sperre dann nicht: so ist es so vielschlimmer für den Ackerbauer, der die Gefahr davon ge-standen; und kömmt sie dann: so macht sich der geldrei-chc Mann aus seinem 9jährigen Asseknranzkonto, das istauf sichere Rechnung des Ackerbauers bezahlt.
Verläßt aber der geldreiche Mann den Kornhandelganz, und denkt bei) sich: warum soll ich so thvricht seyn,mehr Korn aufzuschütten, als ich selbst verzehre, da micheine Sperrung sogleich nicht allein um allen Vortheilbringen, sondern auch in den größten Schaden stürzenkann? so wird der arme Ackerbauer mit seinem Korn im-mer über die Gränze fahren, und von der hämischenHandlungsart seiner Nachbarn abhangen, die wohl wis-sen, daß er mit seinem Korn, nachdem er viele Meilendamit gefahren, nicht sogleich zurückgehen werde, sondernGeld, es sey nun so viel wie es wolle, zu Hause brin-gen müsse.
Viele Lander, worum sich in solchen Fällen Magazineöffnen, die den Unterthcmen ihren Vorrath um Martinizu einem gerechten Preise abnehmen, giebt es nicht; undwo es dergleichen giebt, ohne daß eine arme Wictwe et-wa den Fond zur Erhaltung des Magazins vermacht hat;
da