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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
584
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merkwürdigste Beispiel der Erwahlung ist derMittler selbst^ Denn der ihn aus Davids Saa-mcn zu einem gerechten Menschen, in welchemnie eine Sünde erfunden würde, ohne irgendein Verdienst seines Willens bildete, derselbemacht aus Ungerechten diejenigen zu Gerechten,die Glieder jenes Hauptes sind, u. s. w." Wennalso vom Verdienste Christi die Rede ist: so wird nichtdieses als der Anfang hingestellt, sondern wir gehen aufden Rathschluß Gottes, als den ersten Grund, zurück, weiler lediglich nach seinem Wohlgefallen den Mittler stellte,um uns das Heil zu erwerben. So wäre es ungereimt,Christi Verdienst der Barmherzigkeit Gottes entgegen zustellen, da, nach einer bekannten Regel, einander unterge-ordnete Dinge sich nicht widersprechen. Nichts hindert also,daß die Rechtfertigung der Menschen ein freies Gnadenge-schenk aus reiner Barmherzigkeit Gottes sey und zugleichdurch Christi Verdienst, welches der Barmherzigkeit Gottesuntergeordnet ist, vermittelt werde. Unsern Werken jedochwird sowohl die unverdiente Gnade Gottes als der Gehor-sam Christi, jedes in seiner Art, mit Recht entgegen ge-setzt. Denn Christus konnte nicht ohne Gottes Rathschlußetwas verdienen, sondern weil er dazu bestimmt war, denZorn Gottes durch seinen Opfertod zu versöhnen, unddurch seinen Gehorsam unsere Uebcrtrctungen zu tilgen.Kurz, da allein von der Gnade Gottes, welche uns dieseOrdnung des Heils vorschrieb, das Verdienst Christi ab-hangig ist; so wird dasselbe eben sowohl, als jenes, allenverdienstlichen guten Werken des Menschen entgegengesetzt.

2. Dieser Gegensatz crgicbt sich aus sehr vielen Stellender Schrift:also hat Gott die Welt geliebt, daßer seinen cingeborncn Sohn gab, auf daß alle,die an ihn 'glauben, nicht verloren werden/")Darnach nimmt die Liebe Gottes die erste Stelle ein, als

t) Loh. S, >6.