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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
573
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Tod siegreich überwand, so giebt auch erst seine Auferste-hung unserem Glauben den Sieg. Wie das zu verstehen sey,lernen wir am besten aus Pauli WortenI:Er ist umunserer Sünde willen gestorben, aber um unse-rer Gerechtigkeit willen auferweckt," d. h. durchseinen Tod hat er unsere Schuld getilgt, durch seine Auf-erstehung unsere Gerechtigkeit wieder hergestellt und erwor-ben. Denn wie konnte er durch seinen Tod uns vom Todebefreien, wenn er vom Tode verschlungen wäre? Wie unsden Sieg verschaffen, wenn er den Kampf nicht siegreichbestanden hätte? Unsere Seligkeit hängt also von ChristiTode und Auferstehung zugleich ab, weil durch jenen fürunsere Sünden genug gethan und der Tod überwunden,durch diese die Gerechtigkeit und das Leben uns wieder erwor-ben ist; wobei jedoch nicht übersehen werden darf, daß wirnur vermittelst seiner Auferstehung der segensreichen Früchteseines Todes theilhastig werden. Darum sagt Paulus^):Christus sey durch seine Auferstehung als der Sohn Got-tes erwiesen." Denn erst von dieser Zeit an erwies er seinehimmlische Herrschaft, als einen hellen Spiegel seiner Gott-heit und eine feste Stütze unseres Glaubens. Dahin gehö-ren auch die Wortes:Nach der Schwachheit seinermenschlichen Natur hat er gelitten, aber nachseiner göttlichen Kraft ist er auferstanden." Inderselben Beziehung sagt der Apostel in einer andern Stelle,wo er von der vollkommenen Weisheit redet"):auf daßich Ihn erkenne und die Kraft seiner Auferste-hung;" setzt dieselbe aber zugleich in Verbindung mit sei-nem Tode. Diesem entspricht der Ausspruch Petrst):G otthat Ihn auferweckt von den Todten, und Ihmdie Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glaubenund Hoffnung zu Gott haben könnet;" nicht slaob der auf den Tod Christi gestützte Glaube, sondern weil

1) Rom. 4, 23. 2) Rom. 1, 4. 3) 2 Kor. t3, 4- 4) Phil. 8, 10.3) 1 Perr. 1, 21.