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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
569
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geschehen. Daß es keine gewöhnliche und leichte Betrübnißwar, die er empfand, wird aus dem Folgenden erhellen.Durch etnen schweren Kampf mit der Gewalt des Teufels,mit den Schrecken des Todes und mit der höllischen Angstund Pein trug er über diese den Sieg davon, so daß wirin unserem Todeskampf alle die Schrecken nicht mehr fürch-ten dürfen, welche unser Lebensfürst überwunden hat.

12. Hier schreien einige unwissende Thoren, jedoch mehrvon Bosheit als ihrer Unwissenheit getrieben, mir entgegen,ich füge Christo eine schreckliche Beleidigung zu, indem esseiner Würde widerstreite, für das Heil seiner Seele zufürchten. Sie treiben ihre Verläumdung noch weiter, ichschreibe dem Sohne Gottes eine Verzweiflung zu, die demGlauben entgegen sey. Abgeschmackt ist vorerst ihre Be-streitung der Furcht und Angst Christi, da die Evangelistenoffen davon erzählen. Denn noch ehe seine Todesleidenbegannen, war seine Seele betrübt, und diese Betrübnißwurde in dem Kampfe selbst, so heftig, daß er anficng zuzittern und zagen. Die Ausflücht, es sey Verstellunggewesen, wäre gar zu schändlich. Uns geziemt also, wieAmbrosius sagt, die Scelenangst Christi öffentlich zu be-kennen, wenn wir uns des Kreuzes nicht schämen. Undfürwahr, hätte er nicht auch an seiner Seele gelitten, sowürde er nur eine leibliche Erlösung bewirkt haben. Ermußte aber kämpfen, um die Niedergeschlagenen aufzurich-ten. Dabei verliert er nichts an seiner himmlischen Herr-lichkeit, sondern seine nie genugsam gepriesene Liebe zu unswird darin um so sichtbarer, daß er sich nicht weigerte,unsere Schwachheit an sich zu nehmen. Daraus entspringtauch jener Trost in den Tagen der Angst und Schmerzen,den uns der Apostel vorhält, wenn er sagt^):dieserMittler habe unsere Schwachheit erfahren, umdesto geneigter zu seyn, den Elenden Hülfe zuleisten." Dagegen chenden sie ein, daß es unschicklich sey.

1' Loh. 12, 2", Matth, 26, 37, 33. 2) Hebe. 4. 15.