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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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konnte gehalten werden.') Der Ausdruck:Christus istzur Hölle hinabgestiegen" darf uns also gar nicht be-fremden, da er denjenigen Tod erduldete, womit Gott dieFrevler bestraft. Unbedeutend und lächerlich ist die Ein-wendung, daß auf diese Weise die Ordnung umgekehrt werde;weil es ungeziemend sey, etwas in dieZeitnach dcmBegräb-niß zu setzen, was vorher geschah. Nachdem nämlich erzähltworden ist, was Christus öffentlich vor den Augen derMenschen litt, wird sehr zweckmäßig unser Blick auf dasunsichtbare und unbegreifliche Gericht geleitet, das über ihnvor Gottes Angesicht erging, um uns zu überzeugen, daßnicht bloß der Leib Christi zum Lösegeld gegeben, sondernein wichtigeres und köstlicheres Opfer für uns dargebrachtwurde, indem er auch an seiner Seele die furchtbaren Qua-len eines verdammten und verworfenen Menschen erduldete.

11. In dieser Beziehung sagt Petrus"): Gott habeChristum aufcrwecket, und aufgelöset dieSch mer-zen des Todes, da es unmöglich war, daß er vonihnen sollte gehalten oder überwältigt werden."Er redet nicht schlechtweg vom Tode, sondern sagt aus-drücklich, daß der Sohn Gottes Schmerzen gelitten habe,welche der Fluch und Zorn Gottes erzeugt, als die Ursachedes Todes. Wäre es nun ein Großes gewesen, ohne Furchtund gleichsam zur Lust dem Tode entgegen zu gehen? Eswar aber ein Beweis überschwenglicher Barmherzigkeit, denTod, vor welchem ihm so sehr schauderte, nicht zu fliehen.Das will auch der Apostel in dem Briefe an die Hebräermit den Worten sagend:Christus ist erhört undaus seiner Angst errettet worden." Andere über-setzen hier:Er ist erhört, weil er Gott ehrte;" aberganz unrichtig, wie Zusammenhang und Ausdruck lehrt.Christus, der mit Thränen und starkem Geschrei zu Gottbetete, wurde also erhört und von seiner Furcht errettet,nicht als wäre er vom Tode frei geblieben, sondern wie

1) Apstz, 2, 24. 2) Apgsch. 2, 24- ,?) C, 5, 7.