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Christus ist begraben, das heißt, er ist zur Hölle herabge-stiegcn? Andererseits ist es nicht wahrscheinlich, daß eineso unnöthige Wiederholung in diesem kurzen wortkargenAbriß der christlichen Glaubensartikel sich sollte haben cin-schleichen können. Hierin werden mir hoffentlich alle bei-stimmen, welche die Sache genauer erwägen.
9. Einige geben die Erklärung, daß Christus nach sei-nem Tode zu den Seelen der, unter dem Gesetz gestorbenenVäter hinabgestiegen sey, um ihnen die Botschaft von dervollbrachten Erlösung zu überbringen, und sie aus ihremGefängnisse zu erlösen. Hierauf beziehen sie fälschlich dieStelle in den Psalmen, wonach „er eherne Thoreund eiserne Riegel zerbrach;" desgleichen auf dieWorte des Propheten Zachariaö°): „Er befreite dieGefangenen aus der Grube, in welcher keinWasser ist." Da aber der Psalm die Befreiung dererbeschreibt, die in fernen Landen in der Knechtschaft seufzten,und Zacharias mit einem tiefen, wasscrleeren Brunnen oderAbgrunde die babylonische Gefangenschaft vergleicht, inwelche das Volk versenkt war, und zugleich das Heil dergesammten Kirche, als . eine Errettung aus unterirdischerTiefe darstellt; so ist zu verwundern, wie man hier aneinen unterirdischen Ort denken konnte, dem man den NamenIlmbus gab. Obwol diese Meinung von bedeutenden Män-nern herrührt, und auch jetzt noch viele Vertheidiger findet,so ist sie doch nichts weiter, als ein Mährchen. Die Seelender Verstorbenen in einem Gefängnisse sich eingeschlossen zudenken, ist kindisch; daß aber die Seele Christi dahin her-absticg, um dieselben in Freiheit zu setzen, wozu bedürftees dessen? Ich gebe gerne zu, daß Christus sie durch Kraftseines Geistes erleuchtet habe, also daß sie erkannten, dieGnade, die sie in Hoffnung geschmeckt hatten, sey der Weltwirklich zu Theil geworden. Darauf kann die Stelle desPetrus mit Wahrscheinlichkeit augewandt werden, wo er
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