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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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auch kein anderer Name den Menschen gegeben,darinnen wir sollen selig werden." Nicht ohneAbsicht, noch durch Zufall oder nach menschlicher Willkührerhielt er den Namen Jesus, sondern nach Gottes Rath-schluß, den ein Engel vom Himmel verkündete, und zwarmit dem hinzugefügten Grunde: weil er gesandt sey,um das Volk selig zu machen von seinen Sünden. H DieseWorte beweisen, daß ihm das Erlösungsgeschäft übergebenwar, um unser Heiland zu seyn. Es würde jedoch keinevollständige Erlösung seyn, wenn er uns nicht in fortschrei-tender Stufenfolge bis zum höchsten Heile führte. Sobaldwir also von ihm auch nur um ein weniges abweichen, ver-schwindet unvermerkt das Heil, welches allein in ihm zufinden ist, so daß derjenige sich selbst aller Gnade beraubt,der sich nicht an ihn halt. Eine Erwähnung verdient hierBernhards Bemerkung"):nicht nur Licht, sondern auchSpeise sey der Name Jesu; er sey ein Oel, ohne welchessaftlos alle Scelcnspcise; ein Salz, ohne dessen Würze jedeNahrung geschmacklos; ferner Honig« im Munde, Melo-die dem Ohre, Jubel im Herzen und zugleich Arzenei;und abgeschmackt sey jede Verhandlung, wobei dieser Namenicht ertöne." Aber hier muß nun sorgfältig erwogen wer-den, auf welche Weise er uns die Seligkeit erworben habe,damit wir ihn nicht nur für den Urheber derselben halten,sondern auch alles ergreifen, was unsern Glauben befesti-gen, und verwerfen, was uns in unserer Ueberzeugungwankend machen könnte. Denn da Niemand in sein Inneresblicken und sich ernstlich prüfen kann, ohne, im Gefühl desZorns und Mißfallens Gottes, sich gedrungen zu fühlen,nach einer Art und Weise, wie er ihn versöhnen möge, mitSehnsucht zu forschen, so bedarf es keiner gemeinen Ueber-zeugung, daß er Genugthuung fordert, weil Sünder, bevorihre Schuld getilgt ist, unter dem Zorne und Fluche Gottes

1) Matth. 1, 21.

2) le» rno 12. j« Lonfix«