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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
548
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Gott nnd dem Vater, und er selbst, der Sohn,wird Unterthan seyn, auf daß Gott sey alles inallem. Der Apostel will nur sagen, daß in der voll-kommenen ewigen Herrlichkeit die Verwaltung des Reichsnicht eine solche seyn werde, wie setzt. Denn der Vaterhat dem Sohne alle Gewalt gegeben, um durch ihn auch zuregieren, zu erziehen, zu erhalten, zu beschützen und Bei-stand zu leisten. So lange wir also noch Fremdlinge vorGott sind, tritt Christus ins Mittel, um uns allmähligzur innigen Vereinigung mit Gott zu führen. Sein Sitzenzur Rechten des Vaters bezeichnet gerade eben so viel, alswenn er des Vaters Gesandte genannt wird, der alle Ge-walt besitzt, weil Gott so zu reden, mittelbar in seinerPerson die Kirche regieren und beschirmen will. So er-klärt es auch Paulus in demBricfe an dieEphescrH:Erist gesetzt zur Rechten des Vaters, damit er dasHaupt der Kirche sey, welchc s ein Leib i st." Indemselben Sinne sagt der Apostels,Gott habe ihmeinen Namen gegeben, der über alle Namen ist,daß in dem Namen Jesu sich alle Knie beugen,und alle Zungen bekenne» sollen, daß er derHerr sey zur Ehre Gottes des Vaters." Dennauch mit diesen Worten bezeichnet der Apostel die unserergegenwärtigen Schwachheit angemessene Verfassung in demReich Christi. So folgert Paulus mit Recht, daß Gottalsdann das alleinige Oberhaupt der Kirche seyn werde,weil die Verrichtungen Christi zur Beschirmung derselbendann erfüllt sind. Aus demselben Grunde nennt die Schriftihn zuweilen deuHcrrn, weil der Vater ihn uns zum Ober-haupte gab, um durch ihn über uns zu herrschen. DennPaulus sagt2):wiewohl viele auf Erden Herrengenannt werden, so haben wir doch nur EinenGott, den Vater, von welchem alle Dinge sind,und wir in ihm; und Einen Herrn, Christum,

t) C. 1, 2023. 2) Phil. 2, ?1l. z) t Sor. 5, 5, s.