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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
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im Papstthum werden sie ausgesprochen, aber ohne Gefühlund großen Segen, da man nicht weiß, was jede dieser hohenWürden in sich faßt. Gott sandte zwar fortwährend Pro-pheten, und ließ es dem Volke nie an heilsamer Lehre undden Erfordernissen zum Heile fehlen; aber dennoch waren,wie bereits erinnert worden, die Frommen allezeit von derUeberzeugung durchdrungen, daß erst mit der Ankunft desMessias das volle Licht der Erkenntniß zu erwarten sey,welcher Glaube sich sogar zu den Samaritern verbreitethatte, denen doch die wahre Religion fehlte. Dies gehtaus den Worten der Samariterinn hervor H:wenn derMessias kommen wird, so wird er uns alleslehren." Und das war bei den Juden keine bloße Ver-muthung, sondern eine Ueberzeugung, die sich auf bestimmteWeissagungen gründete. Zu diesen gehört unter andern diemerkwürdige Stelle im Jesaias^):Siehe, ich habeihn den Völkern zum Zeugen, zum- Fürsten undLehrer habe ich ihn den Nationen gegeben." Sowird er bei demselben Propheten °) ein Engel oder Verkün-diget des großen Rathschlusses genannt. Darum sagt auch derApostel, auf die vollkommenere Lehre des Evangeliums hinweisend"):Gott habe vordem verschiedentlich undau fmancherleiWeise zu den Väter »geredet durchdie Propheten; aber am letzten zu uns durch sei-nen geliebten Sohn." Weil es aber aller Propheten Amtwar, die Kirche bis zur Erscheinung des Mittlers in derErwartung zu erhalten und zu begründen; so klagten dieGläubigen zur Zeit der Zerstreuung, daß ihnen diese ge-wöhnliche Wohlthat entzogen sey^):Unsere Zeichen se-hen wir nicht, kein Prophet ist unter uns, undkein Lehrer lehrt uns mehr." Als nun die AnkunftChristi nicht mehr ferne war, wurde dem Daniel°) die Zeitder Erfüllung und Gesichte durch Weissagung bestimmt, nicht

1) Loh. 4, 2S. 2) Jesa. SS, 4. Z) C. S, 6- 4) Hebr. 9, I. 5) Ps.74, S. 6) C. 9, 24.