Druckschrift 
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
540
Einzelbild herunterladen
 

540

welche sich Servet mit Einigen andern verwirrte, zu wi-derlegen, würde wohl nützlich seyn, und fromme Leser,durch sein Beispiel gewarnt, daraus Nüchternheit und De-muth lernen können, aber da dieß schon in einer andernSchrift von mir geschehn ist, halte ich es hier für übcrflüßig.

Kapitel XV.

Um den Zweck, wozu Christns vom Bater gesandt wurde, und was eruns erworben hat, zu erkennen, müssen wir besonders sein dreifachesAmt, das prophetische, königliche und hohenpriesterlichebetrachten.

1. Ganz recht sagt Augustinus, daß die Irrgläubige!?,obwohl sie den Namen Ehristi im Munde führen, dennochnicht denselben Grund, wie die Frommen haben, welchesein Vorrecht der Kirche sey; ja, wenn man sorgfaltig er-forsche, was zum Glauben an Christum gehört, so lebeChristus unter ihnen nur dem Namen nach, nicht aber inder That. Das gilt in unseren Tagen von den Papisten.Aus ihrem Munde ertönen zwar immer die NamenGot-tessohn und Welterlöscr;" aber weil sie ihm dabei seinerMacht und Würde rauben, so ist auf sie das Wort PanlianzuwendendSie halten sich nicht au dasHanpt."Soll aber der Glaube in Christo einen festen Grund desHeils und volle Beruhigung finden: so muß als Grundsatzangenommen werden, baß ihm vom Vater ein dreifachesAmt übertragen worden. Er wurde nämlich zum Pro-pheten, Könige und Hohenpriester verordnet; wie-wohl diese Namen allein uns wenig nützen, wenn wiruicht auch dercnZweck und Anwendung kennen. Denn anch

?) Lncliivlcl, !>cl c, s.