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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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wegcs dem Nestorius beistimme, welcher sich einen doppeltenChristus ersann; denn, nach unserer Lehre hat Christusuns durch seine Verbrüderung mit uns, zu Kindern Gottesgemacht, weil er in dem Fleisch, welches er von uns an sichnahm, der eingeborne Sohn Gottes ist. Sehr weislich erinnertAugustines sey ein denkwürdiger Beweis der wunder-baren und besondern Gnade Gottes, daß Christus, so ferner Mensch ist, eine Ehre erlangt hat, die er mit nichtssich gewinnen konnte." Also auch diesen Vorzug hatte Chri-stus nach seiner menschlichen Natur vom Augenblicke derEmpfängniß an, daß er Gottes Sohn war. Jedoch darfman bei dieser Vereinigung der beiden Naturen zu einereinzigen Person an keine Vermischung denken, welche, wasder Gottheit eigen ist, aufheben könnte. Daß aber dasewige Wort Gottes und Christus, nach der Vereinigungder beiden Naturen in eine einzige Person, auf verschicdcneWeise Gottessohn genannt wird, ist eben so wenig wider-sprechend, als wenn nach den verschiedenen Beziehungenbald der NameGottessohn," bald die BenennungMcn-schensohn" gebraucht wird. Gar wenig Sorge macht unseine andere Einwendung Servers:Christus werde vor sei-ner Erscheinung im Fleisch nirgends als der Sohn Gottesdargestellt, außer in Vorbildern." Denn es wurde zwardamals nur eine dunkle Andeutung von ihm gegeben; aberda es hinlänglich bewiesen ist, daß er nur deßwegen ewigerGott gewesen, weil er das vom ewigen Vater gezeugteWort war, und daß dieser Name der Person des Mittlers,die er annahm, nur darum zukomme, weil Gott im Fleischgeoffenbart ist, und daß Gott nicht so von Anfang der Va-ter genannt seyn würde, wenn nicht schon damals ein ge-genseitiges Verhältniß zu dem Sohne statt gefunden hätte,durch den alle Gemeinschaft mit dem Vater im Himmel undauf Erden vermittelt wird: so läßt sich daraus folgern,auch zu den Zeiten des Gesetzes und der Propheten sey

1) Oe col'rejSl. el Arsris. c. tc>. p>c civilste I)ei Iib> t,a> c. 29.