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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Dagegen behaupte ich, daß er seiner göttlichen Natur undewigen Eristenz wegen der Sohn Gottes genannt werde,weil es eben so schicklich ist, die BenennungGottessohn"auf seine göttliche Natur, als den NamenMenschensohn"auf die menschliche zu beziehen. Kurz Paulus erklärt sichin der angeführten Stelle, wo er von dem, der seiner mensch-lichen Natur nach ein Sohn Davids ist, sagt, daß er kräf-tiglich als der Sohn Gottes erwiesen sey, eben so, wie erin einer andern lehrt'),Christus, welcher nach dem Fleischvon den Juden abstammt, sey Gott, gelobet in Ewigkeit."Wenn nun beide Stellen eine zwiefache Natur in ihm un-terscheiden, wie können sie denn läugncn, daß er, der sei-ner menschlichen Natur nach ein Menschensohn ist, hinsicht-lich seiner göttlichen auch der Sohn Gottes sey?

7. Zwar mit vielem Geschrei suchen sie ihren Irrthumzu vertheidigen, weil gesagt wird ^), Gott habe seines eige-nen Sohnes nicht verschont, und weil der Engel den vonder Jungfrau Gebornen einen Sohn des Höchsten zu nen-i ncn geboten. Aber, damit dieser thörichte Einwurf sie nichtstolz mache, mögen sie ein Weilchen mit uns erwägen, wiekräftig sie folgern. Wenn nämlich der Schluß richtig ist:daß der Sohn Gottes mit der Empfängniß seinen Ansanggenommen habe, weil der Empfangene Sohn genannt wird;so muß folgen, daß das Wort mit seiner Offenbarung im Fleischzu seyn begonnen habe, weil Johannes sagt, daß er das Wortdes Lebens verkündige, das seine Hände betastet haben.Dabei erinnere ich an die Weissagung des Propheten ^):Du, Bethlehem im jüdischen Lande bist kleinunter Tausenden in Juda; aus dir soll mir kom-men der Herzog, der über mein Vollk Israel einHerr sey, und dessen Ansgang ist von Anfangund von Ewigkeit he r." Zu welcher Erklärung wer-den sie gezwungen werden, wenn sie solche Art zu schließenbefolgen wollen? Ich habe schon bezeugt, daß ich kcincs-

t) Rom. 9, 5. 2) Nöm. 8, 32. Luc. 1, 32. 3) Micha. 5, t.

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