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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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der Kirche fest: Christus sey der Sohn Gottes, weil dasvon Ewigkeit her vom Vater erzeugte Wort durch eine per-sönliche Vereinigung die menschliche Natur annahm.Unter einer persönlichen Vereinigung') verstandendie Alten nämlich eine solche, welche aus den beiden inChristo befindlichen Naturen nur eine einzige für sich beste-hende Person bildet; und diese Lehrformel wurde zur Wi-derlegung der ketzerischen Lehre des Nestorius festgesetzt,welcher meinte, daß der Sohn Gottes im Fleische gewohnthabe, ohne wirklich Mensch zu seyn. Servet beschuldigtuns, daß wir durch die Behauptung, das ewige Wort seyschon, ehe es Fleisch ward, der Sohn Gottes gewesen, ei-nen doppelten Gottessohn bilden; als ob wir etwas anderssagten, als daß er im Fleisch offenbaret sey. Denn warChristus vor seiner Menschwerdung schon Gott, so wurdeer mit derselben kcinesweges ein neuer Gott. Eben so we-nig ist es widersinnig, daß der Sohn Gottes im Fleischeerschienen sey, obwohl er durch die ewige Zeugung immerschon Sohn gewesen. Das bezeichnen die Worte des Engelsan Maria-):das Heilige, das von dir geborenwird, wird Gottes Sohn genannt werde n." Erwill nämlich sagen: der Name des Sohnes, der zur Zeitdes Gesetzes noch verhüllt war, werde offenbar und allent-halben bekannt werden. Dem ähnlich ist der PaulinischeAussprnckff):weil wir jetzt durch Christum GottesKinder sind, so können wir frei und zuversicht-lich rufen: Abba, lieber Vater." Oder wurdennicht auch die heil. Väter des alten Bundes zu den KindernGottes, gerechnet? Ja, auf dieses Recht sich stützend riefensie Gott als den Vater an. Aber weil der Vatersinn Got-tes, seitdem sein eingeborner Sohn in die Welt kam, herr-licher hervorleuchtete, so schreibt Paulus dieß als einenVorzug dem Reiche Christi zu. Jedoch dürfen wir nicht

stsrica. 2) Luc. 1, 35. 3) Röm. 8, t4lS.