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Denn alsdann hört Gott auf, das Haupt Christi zu seyn,indem die Gottheit Christi, die uns jetzt noch verhüllt ist,durch sich selbst in ihrem ganzen Glänze erscheinen wird.
4) Durch die rechte Anwendung obiger Bemerkungenwerden sehr viele Schwierigkeiten verschwinden. Denn esist zu verwundern, wie Unkundige, und nicht selten auchKundige an solchen Ausdrücken, die, von Christo gebraucht,ihnen weder zu seiner Gottheit noch Menschheit zu passenscheinen, Anstoß nehmen, weil sie nicht bedenken, daß die-selben auf seine Person, in der Gott und Mensch sich offen-baret, und auf sein Mittleramt sich beziehen. Und dochstimmt alles so herrlich zusammen, wenn man es nur unbe-fangen erklärt, und, wie es so wichtige Geheimnisse ver-dienen, frommen Sinnes prüfet. Aber wo wäre etwasHeiliges vor der Entweihung solcher schwärmerischer Men-schen gesichert? Sie ergreifen die Eigenheiten seiner mensch-lichen Natur, um seine Gottheit zu vernichten; die Eigen-schaften seiner göttlichen Natur, um seine Menschheit auf-zuheben, oder, was von beiden Naturen vereint gesagt ist,und keiner für sich allein zukömmt, um beide aufzuheben.Das heißt aber behaupten: Christus sey nicht Mensch, weiler Gott ist, nicht Gott, weil er Mensch ist, weder Menschnoch Gott, weil er.Mensch und Gott zugleich ist. Wirhalten aber Christum, eben weil er Gott und Mensch ist,und zwei Naturen sich in ihm vereinigen, ohne sich miteinander zu vermischen, für unsern Herrn und den wahrenGottessohn, auch nach seiner menschlichen Natur, obwohlnicht wegen derselben. Dabei muß einerseits von uns derIrrthum des Nestorius ferne bleiben, der, beide Naturenmehr absondernd, als unterscheidend, einen zwiefachenChristus sich erdachte: denn diesem Wahne widerspricht lautdie Schrift, wenn sie den von der Jungfrau Geborucn „denGottessohn," und dieJungfrau selbst „die Mutter unseresHerrn" nennt. Andrerseits haben wir uns vor. dem Wahndes Eutyches zu hüten, damit wir nicht, indem wir dieEinheit der Person zu erweisen suchen, beide Naturen auf-