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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
528
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und wieder von dem Körper, was nicht auf die Seelepaßt; von dem ganzen Menschen aber, was weder von derSeele noch vom Körper allein verstanden werden kann.Endlich wird das Eigenthümliche, was die Seele besitzt,auf den Körper, und das des Körpers auf die Seele über-tragen; und doch bilden beide Theile nur Einen Menschenund nicht mehrere. Dergleichen Ausdrücke und Redensartenbezeichnen den Menschen als eine aus zwei mit einanderverbundenen Theilen bestehende Person, sagen aber zugleich,dkß es in ihm zwei von einander verschiedene Naturen giebt,welche diese Eine Person ausmachen. Dergestalt redet auchdie Schrift von Christo. Sie legt ihm zuweilen bei, waseinzig nur der menschlichen Natur zukommt, zuweilen wieder,was allein dem göttlichen Wesen angehört, zuweilen wasbeiden Naturen gemeinsam ist, und keiner besonders ange-hörte. Und diese Vereinigung beider Naturen, die in Christostatt findet, bezeichnet die Schrift mit solcher Sorgfalt,daß sie dieselben zuweilen gegenseitig eine der andern zu-theilt. Diesen Tropus nannten die alten Theologen dieMittheilung der Eigenschaften. H

2. Diese Bestimmungen würden jedoch wenig begründetseyn, wenn nicht vielfältige Schriftstellen erwiesen, daß sienicht von Menschen ersonnen sind. Was Christus von sichselbst sagte :ehe Abraham ward, bin ich"paßtenicht auf seine menschliche Natur. Ich weiß wohl, wie wi-dersinnig einige Jrrgeistcr diese Stelle mißdeuten, als ober in dem Sinn von Ansang an da gewesen sey, weil erschon damals im Rathschluß des Vaters zum Erlöser bestimmt,und von den Frommen als solcher erwartet worden. Daer aber offenbar den Tag seiner Erscheinung von seinemewigen Seyn unterscheidet, und ausdrücklich von Anbeginnan die Herrschaft sich beilegt, wodurch er über Abrahamsteht: so schreibt er sich ohne-Zweifel etwas zu, was alleinseiner Gottheit eigen ist. Wenn Paulus ihn den Erstge-

1) lFtco^ci^wv conrniunicMic» iäioiccMum,

2) Joh. 8, S8.