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rechtigkeit die Fülle derGnade erschienen." Dementspricht eine andere Stelle I: „der erste Mensch istvon der Erde und irdisch, der andere ist vomHimmel und himmlisch." Darum nimmt derselbe Apo-stel Christum, von dem er sagt"): „er sey in der Gestaltdes sündigen Fleisches gesandt, um dem Gesetze ein Genügezu thun" — von dem allgemeinen Loose aus, und stellt ihnals einen wahren, aber unbefleckten und sündlosen Menschendar. Dagegen machen sie aber die kindische Einwendung:„wenn Christus rein von aller Befleckung und durch die ge-heimnißvolle Wirkung des Geistes aus dem Saamen Mariaserzeugt ist; so sey nicht der Saame des Weibes unrein,sondern nur der des Mannes." Denn nicht deßwegen er-klären wir Christum für unbefleckt, weil er allein aus derMutter, ohne Beiwohnung eines Mannes, entsprossen ist;sondern weil der Geist ihn geheiligt hat, damit seine Er-zeugung rein und unbefleckt sey, wie sie vor dem FalleAdams würden gewesen seyn. Ueberhanpt dürfen wir nievergessen, daß die Schrift, so oft sie der Reinheit Christierwähnt, von seiner wahren menschlichen Natur redet: dennes wäre ja unnöthig, zu sagen, daß Gott rein sey. Auchdie Heiligung, wovon Johannes im 17. Kap. seines Evan-geliums spricht, würde auf seine göttliche Natur nicht passen.Kcineswegcs aber nehmen wir damit einen zwiefachen Saa-men Adams an, wenn wir Christum von aller Befleckungansnchmcn; denn die Erzeugung des Menschen ist nicht ansich unrein und befleckt, sondern zufällig durch den Sün-denfall. Darum darf man sich nicht wundern, wenn Chri-stus, durch den die ursprüngliche Reinheit wieder hergestelltwerden sollte, von dem allgemeinen Verderben ausgenom-men wurde. Wenn sie uns ferner die abgeschmackte Be-hauptung aufbürden, daß das Wort, indem es Fleisch an-genommen, dadurch in die engen Bande eines irdischen Lei-bes ein, geschlossen worden, so ist dieß eine bloße Frechheit;
1) 1 Cor. 15, 47. 2) Röm. S, 34.