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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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dann keine Blutsverwandtschaft statt fände. So müßte esauch erlaubt seyn, daß Bruder und Schwester sich eheliche»wenn beide zwar eine Mutter, aber nicht einerlei Vaterhaben. Wie ich aber gestehe, daß den Weibern passive Kraftzugeschrieben werde, so behaupte ich dagegen, daß von ih-nen ohne Unterschied dasselbe, wie von den Männern, ge-sagt werde. Denn von Christus selbst heißt es nicht:ge-boren durch ein Weib, sondern von einem Weibe." Ansden Worten des Matthäus geht also hervor, daß Christus,weil er von Maria geboren ist, auch ans ihrem Saamenerzeugt sey; so wie auch mit den Worten^):Boas seyvon der Rahab erzeugt" auf eine ahnliche Zeugung hin-gedeutet wird. Matthäus stellt hier aber die Jungfraunicht gleichsam als einen Weg dar, durch welchen Christusgekommen, sondern unterscheidet seine wunderbare Erzeu-gung dadurch von der gewöhnlichen, daß er sagt: durch siesey Christus geboren aus Davids Saamen. Auf dieselbeWeise, wie gesagt wird, daß Jsaak von Abraham, Salomovon David, Joseph von Jacob gezeugt seyen, also auchChristus von der Mutter. Dieß ist der Gang, den denEvangelist nimmt, und zu dem Beweise, daß Christus vonDavid stamme, genügt ihm das Eine: er sey von Mariageboren; woraus folgt, daß er als zugestanden annahm,Maria sey Josephs Blutsverwandte gewesen.

4. Die Ungereimtheiten, womit sie uns bekämpfen, sindvoll abgeschmackter Verdrehungen. So sagen sie:es sey einBeschimpfung Christi, zu behaupten, daß er von Menschen sei-nen Ursprung habe, weil er alsdann nicht ausgenommen seynkönne von dem allgemeinen Gesetze, welches die gesammteNachkommenschaft Adams ohne Ausnahme unter die Snudc be-schließt." Aber diesen Knoten löset leichtlich der Gegensatz indem Ausspruch Pauli"):w ic durchEinenMcnschcn dieSunde in dicWelt gekommen ist, u. durch dicSün-dc derTod, also ist auch durch Eines Wcns ch cn G e-

l) 3 Mos. c, t8. 2) Matth. t, 5.