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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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3. Die Stellen, in denen Christus Abrahams Saame,der Sohn Davids und die Frucht seines Leibes genanntwird, umhüllen sie eben so frech als thörigt mit Allegorien.Denn wäre das WortSaame" bildlich gebraucht, so würdees Paulus gewiß nicht verschwiegen haben, wo er mit kla-ren Worten und ohne Bild sagtH, daß die Schrift nichtvon mehreren Nachkommen Abrahams als Erlösern rede,sondern von Einem, nämlich Christus. Dem ähnlich ist dieBehauptung, er werde nur darum Davids Sohn genannt,weil er verheißen war, und erst zu seiner Zeit erschien.Denn wenn Paulus ihn den Sohn Davids genannt hat,und sogleich hinzusetzt, nach dem Fleisch, so bezeichneter offenbar seine menschliche Natur. Ebenso wenn erKap. 9 ihn als den hochgelobten Gott preiset, bemerkter nebenbei 2), daß er nach dem Fleisch von denJuden abstamme. Wäre Christus aber nicht aus demSaamen Davids entsprossen, wozu würde er denn dieFrucht seines Leibes genannt? Und was soll die Verhcis-sungH:aus deinen Lenden soll hervorgehen,der auf deinem Throne ewiglich bleiben wird"?,Ferner erlauben sie sich bei dem Gcschlechtsregistcr Christi,wie es Matthäus liefert, mancherlei lächerliche Spitzfindig-keiten. Er zahlt freilich nicht Marias, sondern JosephsVorfahren auf; aber er hält es, weil er von einer damalsganz bekannten Sache redet, für hinlänglich, nur den Jo-seph als einen Nachkommen Davids darzustellen, da manvon Marias Abstammung aus dieser Familie sattsam über-zeugt war. Scharfer noch drängt uns Lukas, wenn erlehrt, daß das von Christo ausgegangene Heildem ganzen Menschengeschlechte gemeinsam an-gehöre, weil der Heilbringer Christus von dem allgemei-nen Stammvater Adam abstamme. Ich gebe zu, daß sichaus dem Geschlechtsregister nicht weiter folgern lasse, daßChristus der Sohn Davids sey, als so fern er von der

t) Gal. 3, tS. Z) H«br. Z, tS. 3) Siöm. t, L. 4) Röm. S, 5.