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denn wir wissen, daß die Kinder GotteS nicht auS Fleischund Blut, sondern aus dem Geist durch den Glauben ge-boren werden. Folglich macht nicht das bloße Fleisch diebrüderliche Vereinigung. Obgleich aber der Apostel nur denGlaubigen diese Ehre zugesteht, daß sie eins seyen mit Christo,so folgt doch daraus nicht, daß die Ungläubigen nicht ausderselben Quelle dem Fleische nach sollten geboren werden;so wie, wenn sie mit Christo einerlei Geschlechts sind, wennes heißt, Christus sey Mensch geworden, um uns zu Kin-dern Gottes zu machen, diese Redeweise nicht auf alle sicherstreckt, weil der Glaube vermittelnd herzukommt und unsChristo geistig einverleibt. Auch über den Namen „Erstge-borner" erheben sie mit Ungebühr einen Streit, indem siebehaupten, Christus hätte ein unmittelbarer Sprößling Adamsseyn müssen, um der Erstgeborene unter den Brüdern zuseyn/) Denn die Erstgeburt bezieht sich nicht auf das Al-ter, sondern auf seine Ehrenstufe und erhabene Kraft undWürde. Eben so gehaltlos ist ihr Geschwätz, Christus habeden Menschen, nicht aber die Engel an sich genommen'),weil er das Menschengeschlecht versöhnt habe. Denn umden großen Vorzug, dessen Christus uns gewürdigt hat,recht einleuchtend zu machen, vergleicht der Apostel mituns die Engel, welche in dieser Hinsicht zurück gesetzt wor-den. Und wird der Ausspruch Mosc°): „des Weibes Saamcwird der Schlange den Kopf zertreten" — recht erwogen,so hat der Streit sogleich ein Ende. Denn daselbst ist nichtvon Christo allein die Rede, sondern von dem ganzen mensch-lichen Geschlechte. Weil Christus uns den Sieg verschaffensollte, so verheißt Gott im Allgemeinen, daß des WeibesNachkommen den Sieg über den Teufel davon tragen wür-den. Daraus folgt, daß Christus aus dem menschlichenGeschlechte entsprossen ist, weil Gott beabsichtigt, die Eva,zu welcher er redet, durch diese erfreuliche Hoffnung auf-zurichten , damit sie nicht unter ihrem Schmerze erliege.
1) Rdm. 8, 29. 2) t Mos. z, tS.