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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
521
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S21

die alten Manichäcr und ihre Nachfolger in unserer Zeitsuchen mögen, sie verwickeln sich in lauter Widersprüche.Eine elende Ausflucht ist es, zu sagen, daß Christus desMenschen Sohn heiße, sofern er den Menschen verheißensey: denn bekanntlich bezeichnet nach dem hebräischen Sprach-gcbrauche der Ausdruck:des Menschen Sohn" einenwahren Menschen, und diese unter seinem Volke üblicheRedeweise behielt Christus bei. Daß das WortKinderAdams"dieselbe Bedeutung habe, ist eben so unbezwcifclt.Zum Beweise führe ich nur eine Stelle aus dem achtenPsalm, welche von den Aposteln aufChristus bezogen wird'):was ist der Mensch, dafl du sein gedenkest, unddes Menschen Sohn, daß du dich seiner an-nimmst?" Durch diese Redeweise wird die wahreMensch-heit Christi ausgedrückt, weil er, wenn auch von keinemsterblichen Vater unmittelbar gezeugt, doch von Adam ab-stammte. Nur in dieser Beziehung konnte der Apostel sagen:Christus ist des Fleisches und Blutes theilhaf-tig geworden, um sich Kinder zu gewinnen, dieGott wohlgefällig sind" welche Worte Christoeinerlei Natur mit uns beilegen. In demselben Sinne wirdgesagt"):der da heiligt, und die geheiligt werden, stam-men von Einem ab." Daß diese Worte nichts weiter sagen,als Christus habe mit den Menschen einerlei Natur, erhelletaus dem Zusammenhange, da sogleich hinzugesetzt wird:darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen."Denn sollte jener Ausdruck sich auf die Abstammung derGläubigen von Gott beziehen, so wäre bei einer solchenWürde kein Grund des Schämens gedenkbar; aber wohlkonnte, weil Christus aus unermeßlicher Gnade den niedri-gen und sündlichen Erdenpilgern sich anschloß, gesagt wer-den, daß er aus diesem Grunde sich nicht schäme, sie Brü-der zu nennen. Grundlos ist hier der Einwurf, daß aufdiese Weise auch die Gottlosen Brüder Christi seyn würden:

1) Ps. 8, S. H-br. 2, 6. 2) Hebr. 2, tt.