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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
519
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Mitleiden haben mit unserer Schwachheit"undähnliche Stellen. Dahin ist auch der bereits erwähnte Pau-linische Ausspruch zu rechnenes mußten in unsermFleische die Sünden der Welt versöhnt werden." Undwahrlich, deßwegen ist unser, was der Vater Christo ver-liehen hat, weil dieser das Haupt ist, durch welchen derganze, durch Gelenke zusammenhangende, Leib zugleich wäch-set. Nur so findet seine Anwendung, was die Schriftsagt°):der Geist sey reichlich über ihn ausgegossen, damitwir allesammt aus seiner Fülle nehmen." Denn es wäredie größte Abgeschmacktheit, anzunehmen, daß Gott in seinemWesen durch irgend eine Gabe einen Zuwachs erhalten könne,Darum spricht Christus auch selbst"):Ich heilige michselbst für sie."

2. Alle die Stellen der Schrift, welche sie für ihreIrrthümer anführen, werden von ihnen auf die lächerlichsteWeise verdreht, und doch können sie mit allen ihren Spitz-findigkeiten meine Behauptung nicht umstoßen. So gründetMarcion, der Christo nur einen scheinbaren Körper bei-legt, seine Behauptung auf die StelleEr wardgleich wie ein anderer Mensch und an^?staltwie ein Mensch erfunden;"'aber überlegt gar nicht,wovon Paulus hier handelt. Denn dieser will nicht sagen, .was für einen Körper Christus an sich genommen habe,sondern daß er, der von seiner göttlichen Herrlichkeit hätteGebrauch machen können, sich nur als einen niedrigen undverachteten Menschen habe erfinden lassen. Um uns durchHinwcisung auf sein Beispiel zur Demuth zu ermuntern,erklärt er: Christus habe, da er Gott war, seine Herrlich-keit der Welt können augenblicklich sichtbar werden lassen;aber er habe diesen Vorzügen freiwillig entsagt, und sichselbst erniedrigt, weil er Kncchtsgcstalt annahm und, mitdiesem niedrigen Zustande zufrieden, sein göttliches Wesen

t) Hebe. 2, tl, 17. 2) Röm. S, Z. Z) Eph. 4, 15, 1k- 4) Loh. 1,16, 34. S) L°h. 17, 19. 6) Phil. Z, 7.