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wenn Christus nicht im Fleisch erschienen wäre. Als ob ernicht/ wie die Engel an ihm ihr Hanpt hatten, mit seinerGotteskraft auch die Menschen beschirmen, durch seinenGeist als seinen Leib die Menschen regieren und segnenkonnte, bis sie, in den Himmel aufgenommen, zu einerleiHerrlichkeit mit den Engeln gelangten. Dieses bis daherwiderlegte Geschwätz hält Osiander für untrügliche Wahr-heit, wie er gewöhnlich, berauscht von seinen Einfällen,viel Larmens um nichts macht. Aber einen noch weit zu-verlässigern Beweis für seine Meinung glaubt er in denWorten zn finden, welche Adam bei dem Anblick seinesWeibes aussprach, und die von ihm für eine Weissagunggehalten werdend: „das ist doch Bein von meinen Gebei-nen und Fleisch von meinem Fleisch." Und womit beweiseter, daß es eine Weissagung sey? Daraus, weil Christusbei dem Evangelisten Matthäus P dieselben Worte Gottbeilegt? Als ob in allem, was Gott durch Menschen geredethat, eine Weissagung enthalten wäre. Mag Osiander auchin den einzelnen Vorschriften des Gesetzes, von denen eserwiesen ist, daß sie Gott zum Urheber haben, Weissagun-gen suchen! Dabei bedenke man, welche Unwissenheit undwelchen irdischen Sinn Christus gezeigt haben würde, wenner das buchstäblich verstanden hätte. Nein, da er nicht vonder geheimnißvollen Vereinigung der Gemeine mit sich, son-dern nur von der ehelichen Treue redet so erklart er, daßGott deßwegen gesagt habe, Mann und Weib seien CmFleisch, damit man diesen engen Bund nicht leichtsinnigauflöse. Wenn dem Osiander diese Einfalt mißfällt, so tadleer Christum, daß er seinen Schülern das Geheimniß ver-borgen, und des Vaters Wort nicht scharfsinniger erklarthabe. Doch seinen Wahnwitz begünstigt auch Paulus P nicht,welcher uns Fleisch vom Fleische Christi nennt, mit demZusatz: das Geheimniß sey groß. Denn er wollte nicht zeigen,in welchem Sinne solches Adam gesprochen habe, sondern
1) Mos. 2, 73. 2) Matth. 19, 4—6. 3) Eph. 5, 30-32.