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vttM Gott der Lüge zeihen könne, wenn nicht schon früherder unwandelbare Rathschluß von der Menschwerdung dcöSohnes in ihm gewesen sey. Denn wenn Adam nicht seineursprüngliche Unschuld verloren Hütte, so wäre er Gottsammt den Engeln ähnlich geblieben, und in diesem Fallbrauchte der Sohn Gottes weder Mensch noch Engel zuwerden. Vergeblich befürchtet er auch die abgeschmackte Fol-gerung, daß Christus, wenn er nicht nach unabänderlichemRathschlnß Gottes vor der Schöpfung des Menschen,nicht als Erlöser, sondern als der erste Mensch hättegeboren werden sollen, seine Würde verlieren, und daßans der Annahme, seine Menschwerdung habe nur vonUmständen abgehangen, nehmlich das verlorene menschlicheGeschlecht wieder herzustellen, die Absurdidät folge, er seynach Adams Bilde geschaffen. Denn warum will er davorerschrecken, was die Schrift mit so klaren Worten lehrt,daß uns Christus in allem gleich geworden ist, die Sündeausgenommen ? — weshalb auch Lucas kein Bedenken trägt,ihn im Gcschlechtsregister einen Sohn Adams zu nennen?Warum nennt Paulus Christum den zweiten Adam,als weil ihm die Menschwerdung bestimmt war, um dieNachkommen Adams aus ihrem Elende zu befreien? Dennwenn jene der Ordnung nach der Schöpfung vorhergicng,so mußte er der erste Adam heißen. Ohne Scheu behauptetOsiander: „weil der Mensch Christus in Gottes Rathschlußvorgesehen war, so seyen die Menschen nach diesem Bildegeschaffen." Paulus aber, der Christum den zweiten Adamnennt, setzt zwischen den ursprünglichen Zustand des Men-schen und zwischen die Erneuerung, der wir durch Christumtheilhaftig werden, den Abfall, woraus die Nothwendigkeithervorging, die menschliche Natur wieder zu ihrer vorigenWürde zu erheben; und daraus folgt, daß dieses die Ur-sache war, weßhalb der Sohn Gottes geboren und Menschwurde. Osiander stellt indessen die abgeschmackte Meinung
") Evangel. 3, 23. 33. t) t Cor. tS, 4S.