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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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nicht die verkehrte Neugierde zurückwiese, wenn er da, woer von der Erlösung durch Christum geredet hat, zugleichbefiehlt, sich der thörichten Fragen zu enthalten! H Ja,die Albernheit Einiger gieng so weit, daß sie, um ihrenScharfsinn zu zeigen, die teuflische Frage auswarfen, obder Sohn Gottes auch die Natur eines Esels habe anneh-men können. Diesen vcrabscheuungswürdigen Einfall, vordem alle Fromme sich entsetzen, entschuldigt Osiander mitdem Vorwande, daß solches in der Schrift nirgends aus-drücklich widerlegt werde. Als ob Paulus, wenn er sagt,daß er nichts Köstlicheres und Würdigeres wisse, außerChristum den Gekreuzigten, einen Esel als Gründer unseresHeils zuließe. Er, der anderswo erklärt, daß Christusnach dem Rathschlusse des Vaters zum Oberhaupt verordnetsey, um Alles zu sammeln, wird nimmermehr einen Anderndafür gelten lassen, der nicht alle zu einem Erlöser erfor-derliche Eigenschaften in sich vereinigt.

6. Die Voraussetzung aber, worauf er seine Behaup-tung gründet, ist durchaus nichtswürdig. Er sagt nämlich,daß der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen sey, weiler dem zukünftigen Christus nachgebildet worden, um dem-jenigen ähnlich zu seyn, der nach des Vaters Rathschluß imFleisch erscheinen sollte. Daraus folgert er nun, daß Chri-stus , wenn auch Adam niemals von seiner ursprünglichenReinheit abgewichen wäre, dennoch hätte Mensch werdenmüssen. Wie lacherlich und gezwungen diese Behauptungist, sehen alle Vernünftige ohne mein Erinnern, und den-noch glaubt er zuerst eine richtige Erklärung von dem Eben-bilde Gottes gegeben zu haben, daß nämlich nicht nur inden herrlichen Gaben, mit welchen der erste Mensch ausge-rüstet war, Gottes Herrlichkeit hervorgeleuchtet, sondernGott selbst wesentlich in ihm gewohnt habe. Wenn ich auchzugebe, daß Adam das Ebenbild Gottes an sich getragenhabe, so fern er mit Gott verbunden war, worin die wahre

1) Tit. 3, 9. 2) Eph. 1, 22. 23.