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cin geliebten Sohne, in welchem wir haben dieErlösung durch sein Blut." Hier wird kcineswegcsder Fall Adams, als der Zeit nach früher, vorausgesetzt,sondern dessen gedacht, was Gott von Ewigkeit her verord-net hat, da er beschloß, das menschliche Geschlecht aus sei-nem Elende zu erretten. Entgegnet man wieder, daß die-ser Entschluß Gottes von dem vorhergcsehenen Verderbendes Menschen abgehangen habe: so muß ich über die bei-spiellose Vermcsscnheit erstaunen, womit diejenigen einenneuen Christus sich gestalten, die von Christo mehr zu er-forschen sich erlauben, oder zu wissen begehren, als wasGott in seinem gehcimnißvollen Rathschlusse vorher bestimmthat. Und mit Recht erbittet Paulus^), nachdem er sichdergestalt über den eigenthümlichen Beruf Christi erklärthat, den Ephesern den Geist der Weisheit, auf daß sie er-kennen mögen, welches da sey die Länge, Höhe, Breiteund Tiefe, nämlich der alle Erkenntniß übersteigenden LiebeChristi — mit welchen Worten er recht sorgsam unser For-schen in seine Schranken verweiset, damit wir von der Gnadeder Versöhnung nicht im mindesten abweichen, so oft vonChristo die Rede ist. Da es also, nach des Apostels Zeug-niß, gewißlich wahr und ein theures Wort ist, daß Chri-stus in die Welt gekommen sey, um die Sünder selig zumachen: so beruhige ich mich hicbei. Und da der Apostelanderswo-) sagt, daß die Gnade, welche jetzt durch dasEvangelium geoffenbart ist, uns in Christo von Ewigkeither gegeben sey: so denke ich, daß wir bis ans Ende stand-haft verbleiben müssen. Gegen solche Demuth sträubt sichvcrmcssentlich Osiander, der diesen, vordem von Weni-gen leichtsinnig erregten, leidigen Streit jetzt wieder er-neuert. Der Verwegenheit beschuldigt er Alle, welche läug-ucn, daß auch ohne den Fall Adams der Sohn Gottes imFleisch erschienen seyn würde, weil durch keine Stelle derSchrift diese letztercMeinung verworfen werde. Als ob Paulus
t) Eph. S, 16—19. vergl. 1, 17. 2) 1 Tim. 1,13. 3) 1 Tim.1,9.10.