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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
505
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ausdrücklich einen Menschen. Er sagt')Es ist EinGott und Ein Mittler zwischen Gott und denMenschen, nämlich der Mensch Jesus Christus."Er konnte ihn auch Gott nennen, oder den Namen Menschin dem Namen Gott weglassen; aber weil der Geist Gottes,der durch ihn redete, unsere Schwachheit kannte, so stellter, um auf eine wirksame Weise derselben zu Hülfe zukommen, den Sohn Gottes als unsers gleichen dar. Damit sichalso Niemand darüber ängstige, wo man den Mittler su-chen, und wie man zu ihm kommen möge, so nennt'er ihneinen Menschen, und bezeichnet ihn als einen Verwandten,ja unsers gleichen, der unser Fleisch und Blut ist. Dasselbewird in einer andern Stelle deutlicher ausgedrückt"):wirhaben an ihm nicht einen solchen Hohenpriester,der nicht könnte Mitleiden haben mit unsernSchwachheiten, sondern der gleich uns, vielfäl-tig versucht worden ist, aber ohne Sünde."

2. Noch mehr wird dieß einleuchten, wenn wir an daswichtige Werk denken, das der Mittler zu vollbringen hatte,nämlich Gottes Gnade uns dergestalt wieder zu erwerben,daß wir aus Menschenkindern Gottes Kinder, aus Erbender Hölle Erben des Himmels würden. Das konnte nurgeschehen, wenn der Sohn Gottes ein Menschensohn ward,und das Unsrige annahm, um uns das Seinige zu gehen,I und, was von Natur ihm angehörte, durch die Gnade zuunserem Eigenthum zu machen. Darauf stützt sich alfo un-sere Hoffnung, daß wir Gottes Kinder sind, weil der na-türliche Sohn Gottes, um uns ganz gleich zu werden, un-sern Leib, Fleisch von unserm Fleisch, Gebein von unsermGebein annahm, und das Unsere nicht verschmähte, umuns zuzuwenden, was er besaß, und in Gemeinschaft mit unszu seyn der Gottessohn und Mcnscheusohn. Darausgeht die heilige Verbrüderung hervor, die er mit seinen ei-genen Worten ausspricht^):Ich gehe zu meinem Vater

t) l Tim, 2, S. 2)'Hcbr. 4, tS. 3) Joh. 2e>, t7.