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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Hunderte hindurch Israel von den übrigen Völkern abgeson-dert hatte, seinen Rathschlnß plötzlich ändern, und die ge-troffene Wahl wieder aufheben sollte. Zwar war es inWeissagungen vorhervcrkündigt; aber die Neuheit der Sache,die vor ihren Augen geschah, hinderte sie auf jene gebührendzu merken. Eben so wenig vermochten die Vorbereitungen,welche Gott zur künftigen Heidenbekehrung in vorigen Tagengetroffen hatte, sie mit derselben zu befreunden. Denn nursehr Wenige hatte er berufen, und selbst diese verpflanzteer so zu reden in die Familie Abrahams, so daß sie zu seinemVolke gehörten. Aber bei dieser allgemeinen Berufung wur-den die Heiden nicht bloß den Juden gleich gestellt, sondernschienen gleichsam die Stelle der Verstorbenen einzunehmen.Ucberdieß waren den Juden nie die Fremden gleich geachtetworden, die Gott vorher in seine Gemeine aufgenommenhatte. Nicht ohne Absicht verkündigt daher der Apostel Hso angelegentlich dieses Geheimniß, das, wie er sagt, vonAnbeginn verborgen gewesen, und selbst bei den EngelnStaunen erregte.

13. In diesen vier oder fünf Punkten glaube ich, soviel für den gewöhnlichen Unterricht gehört, die Verschie-denheit des A. und N. T. ungekünstelt und treu dargestelltzu haben. ^Da Einige aber an einer solchen Veränderungin der Verfassung der Kirche, in der Lehre, in den äußernGebräuchen und Ceremonien einen großen Anstoß nehmen:so muß ich erst ihre Einwürfe beantworten, ehe ich weitergehe. Dabei kann ich mich aber kurz fassen, weil ihre Ein-wendungen zu unwichtig sind, als daß sie eine genaue Wi-derlegung verdienten.Es läßt sich nicht denken sagensie daß Gott, der Unveränderliche, dasjenige wiedergänzlich verwerfen sollte, was er vordem geboten hatte."Darauf antworte ich: Gott darf keinesweges darum fürveränderlich gehalten werden, weil er in verschiedenenZeiten verschiedene Einrichtungen getroffen hat, je nachdem

1) Kol. 1, 2S, Eph. c. 3.