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der Friede verkündigt, welche beide nun, mit Gott versöhnt,Ein Volk ausmachten H. Darum gilt jetzt weder Griechenoch Jude, weder Beschneidnng noch Vorhaut, sondern allesin allen ist Christus, dem die Völker zum Erbthcil und derErde Enden zum Eigenthum gegeben sind, so daß er herr-schet von einem Meer zum andern, von dem Wasser bis andas äußerste Ende der Welt. °)
12. Aus der Berufung der Heiden also erhellet vor-nehmlich der Vorzug des Alten Testamentes vor dem Neuen.Zwar war diese schon längst durch viele und deutliche Weis-sagungen der Propheten vorher verkündigt, wurde aber erstim Reiche des Messias erwartet. Selbst Christus veran-staltete sie nicht sogleich bei dem Anfange seines Lehramts,sondern verschob sie, bis nach Vollendung des Erlösungs-werkes der Stand seiner Erniedrigung aufhörte, und derVater ihm einen Namen gab, der über alle Namen ist,und in welchem alle Kniee im Himmel und auf Erden sichbeugen sollen. Darum antwortet er, da dieser Zeitpunktnoch nicht gekommen war, dem cananäischeu Weibes: „Ichbin nur gesandt zu den Verlornen Schaafen des HausesIsrael." Darum verbot er den Aposteln bei ihrer erstenAusscndung, außerhalb des jüdischen Landes zu lehren, in-dem er sprachH: „wendet euch nicht zu den Heiden,und betretet nicht der Samariter Städte, son-derm gehet vielmehr zu den Verlornen Schaafenaus dem Hause Israel." Mochten aber auch noch soviele Stellen der Schrift von der Berufung der Heidenhandeln, so entsetzten sich dennoch die Apostel wie vor einerungewöhnlichen und seltsamen Erscheinung, da dieselbe durchsie beginnen sollte °). Nur ungern und nicht ohne Wider-strchen unterzogen sie sich endlich diesem Geschäfte. Darüberdarf man sich nicht wundern: denn es schien ihnen ganzunmöglich zu seyn, daß der Herr, welcher so viele Jahr-
1) Gal. 4, 4; Eph. 2, 13 — 18, Col. 3, 11. 2) Gal. 3, 28, 6, 15.' Ps.2, 8,72,3. 3)Matth.1S,24. 4)Matth.10,S,6. 5)Apgsch.10,45.