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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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nes Geistes den Herzen einprägte. Der zweite Gegensatzerklärt also den ersten. Jenes bringt den Tod, weil es überdas gesammte Menschengeschlecht den Fluch ausspricht;dieses führt zum Leben, weil es vom Fluche befreiet,und Gottes Wohlgefallen verschafft. Jenes ist die Predigtvon der Verwerfung, weil es alle Menschen als Sünderdarstellt; dieses das Amt der Gerechtigkeit, weil es dieGnade Gottes verkündigt, durch die wir gerechtfertigt wer-den. Der letzt Gegensatz bezieht sich auf das Ceremonial-gesctz. Dieses mußte mit der Zeit aufhören, da es derSchatten von zukünftigen Gütern enthielt; das Evangeliumaber hat eine ewige Dauer, weil es das Wesen selbst wirk-lich darbeut. Zwar nennt der Prophet Jeremias auch das -Moralgesetz einen wandelbaren Bund, aber nur so fern erdurch den Abfall des undankbaren Volks aufgelößt wurde;da jedoch der Ungehorsam des Volks solches veranlaßte,kann diese Eigenschaft dem Testamente (Bunde) nicht imeigentlichen Sinne beigelegt werden. Die Ceremonien aber,die mit der Ankunft Christi aufhörten, enthielten in sichselbst den Grund ihrer Wandclbarkeit. Die Unterscheidungendlich zwischen Buchstaben und Geist darf nicht so ver-standen werden, als wenn das Gesetz des Herrn den Judengar keinen Nutzen gebracht, und Keinen derselben zu ihmbekehrt hätte, sondern macht vergleichungswcise nur aufden Reichthum der Gnade aufmerksam, wodurch derselbeGesetzgeber, gleichsam als eine neue Person, die Predigtdes Evangeliums verherrlichte. Denn wenn wir an dieMenge derer denken, welche der Herr aus allen Völkern,durch seinen Geist wiedergeboren, und vermittelst der Pre-digt des Evangeliums seiner Gemeine einverleibt hat, sowerden wir die Zahl derjenigen nur sehr klein finden, diesonst in Israel den Bund des Herrn von ganzem Herzenliebgewonnen hatten; und doch waren es Viele, wenn mansie zählt, ohne eine weitere Verglcichnng anzustellen.

9. Aus der dritten Verschiedenheit des A. und N. T.geht die vierte hervor. Die Schrift nennt nämlich das