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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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nien mit Christus aufhören müßten. Obgleich aber diesenur unwesentliche Bestandtheile des Gesetzes oder vielmehrZugabe und Anhang desselben waren, so haben sie dennoch,als zur äußern Bundesverfassung gehörig, den Nameneines Bundes, der auch andern feierlichen Gebräuchen bei-gelegt wird. Also, um es kurz zu sagen, das A. T. heißthier die feierliche Bestätigung des Bundes, die durch Cere-monien und Opfer geschah. Weil dieselbe unvollkommenbleibt, wenn man nicht weiter geht: so behauptet der Apo-stel, daß das Ceremonialgesetz abgeschafft und aufgehobenwerden mußte, um Christum, den Mittler und Bürgeneines bessern Testamentes, zuzulassen, der mit einem Opferdie Auscrwählten zum Empfange des ewigen Erbes gehei-ligt und die Sunden getilgt hat, die unter dem Gesetze un-versöhnt bleiben. Oder man fasse, wenn man will, es auchso: das A. T. war derjenige Bund, welchen der Herr indem zur Versöhnung unwirksamen und das Geistige vorbil-denden Cercmonialgesetze verhüllte, und deßwegen zeitlichund gleichsam in der Schwebe sich haltend, so lange derfeste Stützpunkt ihm fehlte. Er wurde aber neuer undewiger Bund, nachdem er durch Christi Blut geheiligt undbefestigt worden. Darum spricht der Herr auch zu seinenJüngern bei Darreichung des Kelches im Abendmahl H:dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut"um anzudeuten, daß damals der Bund Gottes seine Be-stätigung erhielt, wodurch derselbe ein neuer und ewigerwird, indem er ihn mit seinem Blute besiegelt.

5. Hieraus erhellet, in welcher Beziehung der Apostelsagt°):die Juden seyen durch die Zucht des Gesetzes zuChristo geführt, noch ehe er im Fleisch erschien." Er be-hauptet, daß sie auch Kinder und Erben Gottes gewesensind, aber ihrer Unmündigkeit wegen noch unter der Auf-sicht eines Erziehers bleiben mußten. Denn so lange dieSonne der Gerechtigkeit noch nicht aufgegangen war, konnte

1) Matth, 26, 27, 28. 2) Luc. 22, 20.