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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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auf das, was bereits durch David') von Christi Priester-thum verkündigt war: denn da ihm ein ewiges Priesterthumbeigelegt wird, so ist offenbar dasjenige aufgehoben, inwelchem Ein Priester auf den andern folgte. Den Vorzugdieses neuen Priesteramts beweiset er aus dem Eide, durchwelchen der Herr dasselbe eingesetzt hat. Darauf sagt er,daß mit dieser Umwandlung des Priesterthums auch derBund verändert würde, was nach seiner Behauptung darumnothwendig gewesen ist, weil das Gesetz zu kraftlos war,um die Vollendung zu bewirken. Diese Kraftlosigkeit desGesetzes wird darin gesetzt ^), daß es nur äußere Rechtfer-tigungen des Fleisches darbot, welche denjenigen, der sieerfüllte, nicht vollkommen nach dem Gewissen rechtfertigenkonnten, indem es durch die Opfer von Thieren wederSünden zu versöhnen, noch die wahre Heiligkeit zu gebenvermochte. Daraus schließt er also, daß das Gesetz nureinen Schatten von den zukünftigen Gütern nicht aber ihrlebendiges Bild enthalten habe, und deßwegen zu weiternichts bestimmt gewesen sey, als zur Einführung einerbessern Hoffnung, welche das Evangelium darbeut. Hiermüssen wir wohl erwägen, wie der Bund des Gesetzes mitdem Bunde des Evangeliums, das Amt Christi mit demAmte Mose 'zusammengestellt wird. Denn wenn die Vcr-gleichung sich auf das Wesen der Verheißungen bezöge, sowürde zwischen beiden Testamenten ein bedeutender Zwie-spalt statt finden; da aber die Untersuchung einen andernGang nimmt, so müssen wir ihr folgen, um die Wahrheitzu finden. Wir nehmen also einen Bund an, den Gott fürewige Zeiten bestätigt hat. Die Erfüllung desselben, wodurcher völlige Gewähr und Festigkeit erhält, ist Christus. In-dem eine solche Bestätigung erwartet wird, verordnet derHerr durch Mose äußerliche Gebräuche, gleichsam als feier-liche Wahrzeichen seiner Bestätigung. Darüber nun erhobsich der Streit, ob diese im Gesetz vorgeschriebenen Cercmo-

t) Hebr. 7, ll:c. z) Hebr. c. 710.