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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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dem Nachfolgenden erhellen wird. Es giebt aber, nach mei-ner Meinnng, vornämlich vier solcher Unterschiede, denenman auch noch einen fünften beifügen mag. Sie beziehen sichalle, wie ich zn beweisen gedenke, mehr auf die Art, alsauf das Wesen der Bundesverfassung, und so blieben demAlten wie dem Neuen Bunde dieselben Verheißungen undein und derselbe Grund dieser Verheißungen, Christus.Die erste Verschiedenheit besteht darin: der Herr wolltezwar auch vordem die Gedanken und das Gemüth seinesVolkes auf das himmlische Erbe hinrichten, aber um dieHoffnung der Seinigcn desto mehr zn beleben, gab er ih-nen davon eine Anschauung und Vorschmack unter irdischenWohlthaten; jetzt, nachdem das ewige Leben durch dasEvangelium deutlicher und klarer offenbaret ist, lenkt erunsere Hoffnung unmittelbar dahin, ohne uns, wie dieJsraeliten, durch leibliche Uebung für dieselbe zn gewinnen.Diejenigen, welche diese Absicht Gottes nicht beachten, glau-ben, daß das alte Volk an nichts weiter, als an die ver-heißenen leiblichen Güter gedacht habe. Sie hören von demLande Kanaan, als der .ausgezeichneten und einzigen Be-lohnung für die Beobachtung des göttlichen Gesetzes. Siehören, daß der Herr den Uebertrctern des Gesetzes nichtsanderes droht, als sie vom Besitze des Landes auszuschlies-sen, und unter fremde Völker zu zerstreuen. Dem ähnlichfinden sie fast alle, von Mose ausgesprochenen, Verheißun-gen und Drohungen. Daraus leiten sie nun die Behaup-tung ab, die Juden seyen nicht um ihrer selbst willen vonden übrigen Völkern abgesondert, sondern damit die christ-liche Kirche ein Bild habe, in welchem die geistigen Güterin äußerer Gestalt ihr vorgehalten werden. Da aber dieSchrift in mehreren Stellen lehrt, daß die irdischen Güterwelche Gott den Jsraeliten zuheilte, nach seinem Willendieselben zur Hoffnung auf die himmlischen erheben sollten:so war es große Unwissenheit oder Stumpfsinn, diese Ab-sicht zu übersehen. Der Hauptpunkt der Streitfrage mitdiesen Menschen besteht also darin, daß sie behaupten, der