Druckschrift 
Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
485
Einzelbild herunterladen
 

485

wcßhalb er auch das Pfand unseres ErbeS genannt wird'):wie können wir ihnen den Antheil am Leben absprechen?Um so mehr muß man sich also über die Thorheit der Sad-ducäcr wundern, welche sowohl die Auferstehung, als dieForldauer der Seele läugnctcn, da doch für beides dieklarsten Zeugnisse der Schrift vorhanden sind. Und ebenso seltsam müßte uns der Wahn des gesammten Judeuvolksvorkommen, welches noch heut zu Tage auf die Erscheinungdes irdischen Reichs Christi wartet, wenn die Schrift esuns nicht verkündigt hätte, daß die Juden für die Verwer-fung des Evangeliums auf diese Weise büßen würden. Denndarin offenbarte sich das gerechte Gericht Gottes, daß erdie Sinne derer verblendet hat, welche, das dargebotenehimmlische Licht verschmähend, durch ihre eigene Schuld indie Nacht des Irrthums versanken. So lesen sie Mosesvon Anfang bis zu Ende; aber die Decke vor ihren Augenhindert sie das sein Antlitz umstrahlende Licht zu sehen. Undso wird er ihnen verhüllt und verborgen bleiben, bis siesich zu Christo bekehren, von welchem sie ihn, soviel sievermögen, zu trennen und zu entfernen suchen. °)

Kapitel XI.

Bon der Verschiedenheit des Alten und Neuen Testamentes.

1.Aber sagt man findet sich zwischen dem A.und N. T. gar kein Unterschied? Wie soll man so vieleStellen der Schrift verstehen, in denen beide einander ge-radezu entgegen gestellt werden?" Die in der Schrift er-wähnten Unterschiede lasse ich gern gelten, aber so, daß sieder schon erwiesenen Einheit nichts beiwhmen, wie aus

t> Apzsch. 15, 3. 2) Eph. 1, 14.