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unendliches vorher. Daher die Aussprüchc'): „das Ge-dächtniß der Gerechten bleibt im Segen, aberder Gottlosen Name wird verwesen;"—und: köst-lich ist in den Augen des Herrn der Tod seinerHeiligen, aber der Gottlosen Tod ist Verder-ben." So lesen wir im Buch Samuclis „der Herrwird die Füße seiner Heiligen behüten, aberdie Gottlosen müssen zu nichts werden in Fin-sterniß." Sie wußten also wohl, daß die Frommen, soviel Anfechtungen sie auch erdulden mußten, in einen seligenZustand übergehen, der Bösen anmuthiger Pfad aber inden Abgrund des Todes führe. Darum nannten sie dasAbscheiden der letztern den Tod der Unbeschnittencn ^), umanzudeuten, daß ihnen die Hoffnung zum Leben entzogensey. David konnte also den Feinden Gottes nichts schreck-licheres anwünschen, als H: „laß sie ausgetilgetseyn aus dem Buche der Lebendigen, Und nichtangeschrieben werden mit den Gerechten."
19. Besonders merkwürdig ist das Bekenntniß Hiobs„ich weiß, daß mein Erlöser lebet, und mich zuletzt ausder Erde aufcrwccken wird; und ich werde in meinemFleisch Gott, meinen Heiland schauen. Diese Hoffnungruhet in meinem Schooß." Einige, die bei Erklärungdieser Stelle ihren Scharfsinn zeigen wollen, verstehen sienicht von der Auferstehung, sondern von dem Zeitpunkte,wo Hiob Gottes Huld wieder zu erhalten hoffte. Wollteich das auch zum Theil zugestehen, so werde ich doch dieMeinung nicht aufgeben, daß Hiob sich zu einer solchenHoffnung nicht erheben konnte, wenn er bloß an diese Erdedachte. Nothwendig muß er also seine Blicke auf das zu-künftige Leben gerichtet haben, da er im Grabe noch einenErlöser erwartete. Denn für diejenigen, deren Erwartun-gen nicht über das Grab hinausgehen, ist der Tod dergrößte Schrecken; aber auch dieser konnte seine Hoffnung
1) Sprüchw. 10, 7. 2) C. 2, 9. 3) Ezech. 23, 10, 32, 23. 4) Ps- SS,29. 5) C. 19, 25—27.