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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
479
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lassen müssen; so denken sie, daß ihre Hauserimmerdar währen, ihre Wohnungen für undfür bleiben, und ihre Namen auf Erden erhal-ten werden. Solche Menschen bleiben nicht inihrer Würde, sondern müssen davon, wie dasVieh. Dieses ihr Dichten ist eitel Thorheit,und dost) treten ihreNachkommen eifrigst in ihreFußtapfen. Wie eine Heerde werden sie in dieHölle getrieben, und bleiben in des TodesGewalt. Wenn der Tag anbricht, herrschenüber sie die Frommen. Ihre Gestalt vergeht,die Hölle ist ihre Behausung." Die Verspottungder Thoren, die auf flüchtige und vergängliche Erdengütersich verlassen, zeigt, daß die Weisen auf einem ganz andernWege ihre Glückseligkeit suchen müssen. Zugleich auch ver-kündet David das Geheimniß der Auferstehung: wo er nachdem Untergange der Gottlosen das Reich der Frommen auf-richtet. Denn was wäre jener Anbruch des Lichts andersals der Beginn des neuen Lebens, das dem Ende des ge-genwärtigen folget?

18. Aus diesem Glauben ging der Gedanke hervor,womit die Gläubigen in Leiden sich trösteten und zur Ge-duld ermunterten H:einen Augenblick währet der Zorndes Herrn, aber er hat Lust zum Leben." Wie konnten siedie Leiden augenblicklich nennen, die fast durch ihr ganzesLeben Trübsal hatten? Wie konnten sie die lange Dauerder göttlichen Huld rühmen, da sie kaum wenige Augen-blicke sich derselben erfreuten? Hafteten sie an der Erde,so fanden sie nichts der Art, aber da sie zum Himmel blick-ten, erschien ihnen die Zeit, worin die Heiligen von demHerrn durch das Kreuz geübt worden, wie ein Augenblick,und seine Erbarmungen, womit er sie zu sich sammelt, alsewig. Zugleich sahen sie das Verderben der Gottlosen, dieeinen Tag sich für glücklich träumten, als ein ewiges und

t) Psalm Z0, 6.