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mehr vergessen. — Der Herr errettet die Seeleseiner Kne chte."—Denn der Herr gestattet es oft, daßseine Erwählten durch die Hand der Gottlosen beunruhigt,geplagt und ins Unglück gestürzt werden. Er läßt dieFrommen in Armuth und Niedrigkeit schmachten, währenddie Bösen fast wie die Sterne glänzen, selten läßt er jenensein freundlich Antlitz so leuchten, daß sie einer steten Freudegenießen. Darum verschweigt es David auch nicht, daßdie Gläubigen, wenn sie bloß auf die Gegenwart blickenwollen, von allerlei Zweifeln an einer Vergeltung der Un-schuld bei Gott müßten gequält werden, da die Lasterhaftengrößtenteils Ehre, Ansehn und Ucberfluß haben, währenddie Guten Hohn, Verachtung, Mangel und allerlei Plageerfahren. Denn er sagt: „bald hätte mein Fuß gestrau-chelt, bald wäre mein Tritt geglitten, da mich der FrevlerGlück verdroß, und ich sahe, daß es den Gottlosen so wohlging;"—aber er beschließt die Betrachtung mit den Worten:„ich überdachte es, daß ich es begreifen möchte, aber eswar mir zu schwer, bis ich in Gottes Hciligthum einging,und auf ihr Ende merkte."
17. Dieses Geständniß Davids beweiset, daß die h.Väter des alten Bundes wohl wußten, wie Gott seine Ver-heißungen in dieser Welt selten oder niemals an seinenKnechten in Erfüllung gehen lasse, und daß sie darum ihreBlicke zu Gottes Heiligthum erhoben, und daselbst suchten,was im Dunkel des gegenwärtigen Lebens nicht sichtbarwird. Dieses himmlische Gericht Gottes, welches sie mitleiblichen Augen nicht schauten, erwarteten sie voll gläubi-ncr Zuversicht, und zweifelten, wie auch ihr Schicksalhicniedcn war, durchaus nicht an der Erfüllung der Ver,heißungen Gottes jenseit des Grabes. Das bekräftigen fol-gende Aussprüche 2): „ich werde dein Antlitz schauenin Gerechtigkeit, und mich deiner Gegenwarterfreuen, wenn ich erwache. — Ich werde seyn
1) Ps. 7Z, 2. 3. 1K. 17. 2) Ps. 17, 12; 52, 10; S2, 1Z-15.