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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
475
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ist werth gehalten vor dem Herrn, aber derGottlosen Tod ist Elend/' Wäre der Tod ihnen letztesZiel und Ende gewesen, so könnte von keinem Unterschiedezwischen dem Schicksale des Frommen nnd Gottlosen nachdem Tode die Rede seyn; sie werden aber beide nach demZustande, der dem Tode folgt, unterschieden.

15. Bis daher sind nur Zeugnisse aus den BüchernMose angeführt, dessen Beruf, nach Jener Meinung, inweiter nichts bestanden haben soll, als ein verwildertesVolk durch Versprechungen leiblicher Wohlthaten und zeitli-cher Güter zur Verehrung Gottes zu leiten; und doch istaus ihnen schon das Daseyn eines geistigen Bundes zu er-kennen, wenn man nicht geflissentlich sein Ohr der Wahr-heit verschließt. In den Propheten, zu denen wir nunkommen, strahlt in vollem Glänze das ewige Leben und dasReich Christi. Mit welcher Zuversicht blickt David schondahin, wiewohl ihm, dem ersten seiner Zeit, nach demMaaße göttlicher Austheilung noch nicht vergönnt war, diehimmlischen Geheimnisse iu der Klarheit zu enthüllen, alsAndere, die nach ihm lebten! Wie er das Erdenleben ansah,geht aus den Worten hervor I:ich bin hier ein Pil-ger und Fremdling, wie alle meine Vater. DerMensch ist wie nichts, sein Leben wie ein vor-überwallender Schatten. Meine Secle harretauf Gott; Er ist meine Hoffnung." Fürwahr,wer bekennt, daß auf Erden alles wandelbar und vergäng-lich ist, und doch seine Hoffnung auf Gott setzt, suchet seineGlückseligkeit in einem andern Leben, auf welches er auchgewöhnlich die Gläubigen verweiset, wenn er ihnen Trostzurufen will. So spricht er im 103. Psalm von der Kürzeund Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, jedoch mit demZusätze 2):die Gnade des Herrn aber währetvon Ewigkeit zu Ewigkeit über die, welche ihnfürchten." Damit stimmt überein, was wir im 102.

1) Ps. ZS, 1?! 144, 4- 62, 6. 2) W. 17.