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dieses Leben eine Wallfahrt genannt haben, wie auch Mosesberichtet. Denn sind sie Fremdlinge und Pilger im LandeKanaan, wo bleibt die Erfüllung der Verheißung, nachwelcher der Herr sie zu Erben desselben erkoren hatte?Offenbar bezieht sich also die ihnen gegebene Zusage vomBesitze des Landes nuf ein ewiges Gut. Deßwegen erwar-ben sie in Kanaan nicht einen Fußbreit Land, außer zurGrabstätte; und bezeugten dadurch, daß sie nur erst nachdem Tode den verheißenen Segen zu erlangen hofften. Ausdieser Ursache schlug auch Jakob ') es so hoch an, daselbstbegraben zu werden und ließ sich solches von seinem SohneJoseph eidlich versprechen. Darum ist es Josephs Wille °),daß die Kinder Israel noch nach Jahrhunderten seine inStaub verwandelten Gebeine aus Aegypten in das LandKanaan führen sollen.
14. Auch ist offenbar, daß die Altväter bei allen ihrenBestrebungen die Seligkeit eines zukünftigen Lebens vorAugen hatten. Denn warum trachtete Jakob so sehr nachder Erstgeburt, und gewann mit großer Gefahr, was ihmgar keinen Vortheil brachte, wohl aber die schmerzliche Tren-nung von dcr Hcimath und dem väterlichen Hause zur Folgehaben mußte, wenn er dabei nicht eines höhern Segens ge-dacht hätte? Diese Hoffnung sprach sich in seinem letztenSeufzer aus^): „Herr ich warte auf dein Heil!" Wiekonnte er aber dieß Heil erwarten, da er sein Ende heran-nahen sahe, wenn er den Tod nicht als den Anfang einesneuen Lebens betrachtete? Doch warum verweilen wir nurbei den Frommen und Kindern Gottes, da solche Hoffnungauch in dem Manne ist, der sonst der Wahrheit widerstrebte?Wahrlich Bileams Wortes: „meine Seele sterbe denTod der Gerechten, und mein Ende werde wie Idieser Ende" — sagen das Nämliche, was in DavidsAusspruche enthalten ist'): „der Tod seiner Heiligen
1) 1 Most 47, 29 —Zt. 2) 1 Mos, 5N, 24-26. 5) t Mos. 49, 18.4) 4 Mos. 23, 10. 5) Ps. 116, 15! 34, 22.